Die Masken die wir tragen

Star Wars ist da. Gestern war Premiere von Episode 7. Morgen eröffnet Identities im MAK. Wir waren bei der Preview und haben uns die wichtigen Fragen des Lebens gestellt.

Die Ausstellung umfasst 200 Exponate aus dem Lucas Museum Of Narrative Art, viele sind zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. Comichafte Concept Art-Zeichnungen, auf denen Yoda aussieht wie ein Klabautermann, Schiffsmodelle und natürlich die Gewänder. Mitdabei das original Kostüm von Darth Vader. Wie alle anderen Exponate handelt es sich um Kostüme die auch von den Schauspielern getragen wurden. Von Jaba dem Hutten sind leider nur mehr die Augen übrig. 1.2 Millionen Besucher begaben bereits weltweit auf Identitätssuche. Die Wanderausstellung ist zur einen Hälfte Psychotest zur anderen Werkschau.

Von Jaba sind nur mehr die Augen übrig

Der Gag der Ausstellung ist der interaktive Rundgang. An den einzelnen Stationen kann man sich Audio-Informationen in Dauerschleife anhören und alte Filmausschnitte sehen. Auf 10 Stationen muss man Fragen über seine Herkunft und Lebensziele beantworten. Ein Armband speichert Information und am Ende bekommt man dann einen Star Wars Charakter mit kurzer Geschichte zugewiesen. Wirklich tief geht die Charakterstudie nicht, es scheint sich doch eher um grob vorgefertigte Textblöcke zu handeln. Der Selbsttest ergab bei uns einen Mon Calamari, die viele der Rebellenschiffe gebaut haben und angeblich positiv und zukunftsorientiert sind.

Die altehrwürdigen Kostüme aus den Filmen umgibt eine Aura, die sich nur schwer in Worte fassen lässt, am ehesten aber mit Nostalgie. Es ist eine romantische Vorstellung, bedenkt man, dass es eigentlich nur leere Hüllen sind. Die dem Menschen, dem Jawa oder dem Gungan einen Teil ihrer Identität geben. Viele der Protagonisten hatten und haben eine Vorbildwirkung. Vielleicht steckt deshalb in diesen Artefakten so viel Möglichkeitsraum.

Wie lange hält das Mark Hamills Leber noch durch?

Star Wars Identities versucht die wichtigen Fragen unseres Daseins aufzuwerfen. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was bestimmt eigentlich unsere Identität? Haben wir überhaupt eine oder ist es bloß eine angeeignete Ansammlung unserer Vorbilder. Wie das Abziehbild eines in die Jahre gekommenen Actionhelden aus den 80ern. Manche wollen insgeheim auch ein Han Solo sein. Einen flotten Spruch loslassen und mit der Prinzessin verschwinden. Ein wenig seltsam ist es schon, wenn eine Ausstellung so deep sein will und einen auf der anderen Seite Star Wars-Orangen, Star Wars-Apps und Todesstern-Griller an allen Ecken bombardieren.

Eine Ironie dabei ist außerdem, dass einige der Schauspieler wohl für immer mit ihrer Figur identifiziert werden. Liam Neeson, Natalie Portman und Harrison Ford wohl weniger. Mark Hamill oder Hayden Christensen mehr.

May the money be with you

2015 ist das Jahr der Jedi Ritter. Episode 7, Identities, Comic Con und John Williams in der Stadthalle. Es ist der ewige Kampf Gut gegen Böse, am natürlich geht es um die Gunst einer schönen Prinzessin. Was 1977 funktionierte funktioniert auch heute. 130 Millionen Mal wurden die beiden Trailer von Episode 7 geclickt. Die Fans scheinen JJ Abrahams und Geroge Lucas vergeben zu haben, dass ihre Erwartungen für Episode I und II heillos enttäuscht wurden. Überhaupt geht man mit Episode 7 zurück zu den Wurzeln und schließt zeitlich da an, wo die Klassiker aufgehört haben. Man hat die alten Gesichter wieder an Bord geholt für welche die Fans die Saga lieben. Wirtschaftlich gesehen waren die Star Wars Filme am Anfang gar nicht so ein Erfolg, Mastermind Geroge Lucas hielt von Anfang an aber die Lizenzrechte, heute schätzt man den Franchise Wert auf über 30 Milliarden Dollar.

Star Wars Identities kann man im MAK Wien ab 18. Dezember und bis 16. April 2016 sehen.

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