Ein Bahnhof in den letzten Zügen

Das Gelände des Wiener Nordwestbahnhofs existiert irgendwo zwischen Handelsknotenpunkt und städtebaulicher Neugestaltung. Ein Künstlerduo arbeitet nun seine Geschichte auf.

Seit Jahrzehnten wird das Gelände des Nordwestbahnhofes zwischengenutzt: Es ist nach wie vor als Güterumschlagplatz aktiv und wird zu Teilen von den ÖBB betrieben, daneben haben sich Kleinunternehmen und Privatbetriebe eingemietet. Eine städtebauliche Neugestaltung als Wohn- Büro- und Freizeitgebiet ist geplant – dies soll ab 2020 passieren.

Das Kunstprojekt „Stadt in Bewegung – Zum Abschied eines Logistik-Areals“ von Michael Hieslmair und Michael Zinganel, gefördert von Kunst im öffentlichen Raum Wien, ermöglicht nun, sich auf den Abschied eines Stücks Wiener Stadtgeschichte einzustimmen. Zwischen Containern, Logistik- und Busunternehmen, einer multikulturellen Fahrschule und dem alten Postgebäude, das die Architektur des ursprünglichen Gebiets erschließen lässt, hat sich ein Künstlerduo eingemietet, das nun dem Areal des Nordwestbahnhofs die letzte Ehre erweist. Das zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Areal wird zum Ort der Begegnung zwischen der Stadtbevölkerung, einer bewegenden Geschichte und Kunstprojekten, die damit in Dialog treten. Mit einem Parcours, der durch die Vergangenheit, vorbei an alten Lagerhallen, Containern und noch aktiven Betrieben führt, untermalt von Kunstwerken von zehn Künstlerinnen und Künstlern, soll das alte Bahnhofsgelände wieder erfahrbar gemacht werden.

Noch bis Mitte Juli können Besucher bei „Stadt in Bewegung – Zum Abschied eines Logistik-Areals“ verschiedene Kunstprojekte sehen und gleichzeitig von dem fast vergessenen Logistik-Areal Abschied nehmen. Die Eröffnung findet morgen ab 15 Uhr statt. Mehr Informationen und Termine unter tracingspaces.net und in der kommenden Printausgabe, sowie online ab Juni 2017.

 

 

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