Es wird ein Weinviertel sein, und es wird nimmer sein

Man kennt schon die Fotos des verlassenen Sanatoriums in Feichtenbach oder Geschichten von der ehemalige Kinderheilanstalt Lilienfeld. Was es aber in der Form noch nicht gab, ist das, was Martin und Karl Zellhofer gemacht haben. Einen Bildband über das verschwindende Weinviertel.

Für das Buch haben sich Vater und Sohn auf eine Reise durch verschiedenste Orte im Weinviertel begeben um die Atmosphäre von verlassenen Greißlern, Wirtshäusern, Kinos, Schulen, Bahnhöfen, Ziegelwerken und vielem mehr einzufangen. Mittlerweile fertig und nach harter Arbeit des Aussortierens – Material gäbe es nämlich für viel mehr als nur einen Band – erscheint er am 25.03.2016.

Inspiration zu Ruin Porn hat sich Martin Zellhofer vor allem durch Berichte über das seit den 1980ern langsam verfallende Detroit geholt. Dort begann der Verfall mit der Krise in der Autoindustrie, was nach und nach zur Abwanderung und Verarmung der Bevölkerung führte.

Karl Zellhofer hat diesen langsamen Niedergang in seinem Heimatort im Weinviertel, über die Jahre miterlebt. So waren Anfang der 1960er noch ausreichend Geschäfte im Ort vorhanden, 20 Jahre später – bei gleichbleibender Einwohnerzahl – fast keine mehr. So sieht es immer wieder in vielen Ortschaften des Weinviertels aus. Insgesamt enthält der Bildband vielfältige Aufnahmen des Weinviertels. Was verständlicherweise fehlt, ist der Eindruck von innen. Dafür wären auch Hausfriedensbruch oder zumindest ein paar offene Fenster notwendig gewesen. Stattdessen gibt es neben dutzenden Bildern zu jedem Kapitel ein Zeitzeugeninterview als Einleitung.

„Das verschwundene Weinviertel“ von Karl und Martin Zellhofer erscheint am 25. März 2016 in der Edition Winkler-Hermaden (€ 19,90) und ist unter info@edition-wh.at vorbestellbar.

Bild(er) © Martin Zellhofer
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