Experiment »Unten«

Die oberösterreichische Landeshauptstadt bekommt ein temporäre Venue für Experimente im Clubkontext.

© Gregor Graf, Clemens Bauder

Die Flächen in und um das OK – Offenes Kulturhaus in Linz wurden in den letzten Jahren Dreh- und Angelpunkt für viele neue und wichtige Impulse in der sonst eher starren und in sich gekehrten Landeshauptstadt. Neben dem breitenwirksamen Höhenrausch, einer sich jede Saison wandelnden In- und Outdoor Erlebnisausstellung, gibt es wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, ein Programmkino, ein Restaurant, den legendären Bar/Club-Hybrid Solaris und einiges mehr.

Nun kommt mit »Sinnesrausch: Alice verdrehte Welt« eine neue, fünf Monate dauernde Ausstellung und Erlebniswelt hinzu, die sich von den Kellern bis auf die Dächer des OK erstrecken wird. Ein Teil des umfangreichen Kunst- und Kulturangebots wird Unten sein, ein temporärer Club mit Fokus auf experimentelles und multidisziplinäres Programm. Dafür verantwortlich wird das Kuratorenteam bestehend aus Julia Ransmayr, künstlerische Leiterin des Schäxpir Theaterfestivals, Clemens Bauder, der zuletzt die interaktive Stadtführung »Zur schönen Aussicht« auf dem Höhenrausch-Turm gestaltete, sowie Markus Reindl, Musiker (Ages, A.G. Trio), Veranstalter und Promoter, sein. Erklärtes Ziel ist es, Grenzen auszuloten, sowohl im Clubkontext und -betrieb selbst als auch im OK und der ganzen Stadt.

Dafür hat das Trio seit Herbst letzten Jahres unzählige Stunden in dem ehemaligen Theater und Jazzkeller verbracht. Kernstück ist ein etwa 70 Meter langer Tunnel, den es bestmöglich auf- und einzuteilen gilt. Wichtig ist das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Welten – diese müssen sich schließlich ergänzen und nicht gegeneinander wirken, so der Grundtenor. 23 Mal wird Unten zwischen Oktober und April öffnen und 23 unterschiedliche Erlebnisse sollen den Gästen geboten werden. Von Theater und Performance, sowie begleitenden und eigenständigen Installationen bis zum Clubprogramm soll es dabei ein möglichst offener Abend werden. Das heißt, dass man sich frei bewegen soll, ja sogar muss, um den jeweiligen Abend bestmöglich erleben zu können. Weg von starren und aufgezwungenen Konzepten, hin zu offenen und erlebbaren Ausflügen in bekannte und unbekannte Welten.

Rollenverteilung

Clemens Bauder, der sich für die ständig wechselnden Raum- und Lichtinstallationen verantwortlich zeichnet, möchte die spezielle Charakteristik der Räumlichkeiten nutzen, um neben dem Spiel von Hell und Dunkel auch den Besuchern neue Klangerlebnisse zu präsentieren. »Das Programm wird Ecken und Kanten haben und das ist gut so«, meint dazu Ransmayr, die verschiedene neue Strömungen des Tanz- und Performance-Bereichs abbilden wird. »Zum Höhepunkt der jeweiligen Nacht wird aber einer ausgelassenen Party nichts im Wege stehen«, wirft Reindl ein, der das Club-Booking übernimmt.

Location

Nach Eingangsbereich, Hauptraum und Bar folgt – bevor man sprichwörtlich das pulsierende Licht am Ende des Tunnels sieht – ein Holzverschlag, der ein Raum-im-Raum-Konzept beherbergt. »Der klassische Second Floor«, meint Reindl mit einem verschmitzten Grinsen. Diesen variablen Raum möchte man für spezielle Installationen und kleinere Performances nutzen. Und auch dazwischen gibt es noch jede Menge zu entdecken. Was das genau alles sein wird, möchten die drei aber noch nicht verraten. »Wir wollen die verschiedenen Welten – Club, Performance, Klangkunst – aneinander führen, aber nicht aufzwingen«, definiert Ransmayr als die größte Aufgabe der kommenden Monate, während Reindl ergänzt: »Ich denke, dass uns das bis jetzt auf jeden Fall auf einer inhaltlichen Ebene sehr gut gelingt.« Ob dies auch vom Publikum so gesehen wird, kann man ab dem 20. Oktober für fünf Monate selbst erleben.

»Unten« feiert am 20. Oktober nahe dem OK-Platz in Linz Eröffnung und wird dann temporär für fünf Monate bespielt. Hier geht’s zur Facebook-Seite. 

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