Alles fühlen dürfen – »A Deep Breath Out« von Filiah

Nina Schwarzott aka Filiah bewegt sich mit ihrem neuen Album souverän auf dem schmalen Grat zwischen Zartheit, Stärke und Humor.

© Sophie Löw

Nur ein Buchstabe trennt das Ausatmen vom Aufatmen – und doch kann sich der Unter­schied unglaublich groß anfühlen. Mit einem deep breath out ist man an Letzterem zumindest schon ziemlich nah dran. Einfach mal alles raus­lassen, um in einen Zustand innerer Leere zu kommen. In einem durch und durch positiven Sinn. Mit ihrem atem­beraubenden Zweitling »A Deep Breath Out« zeigt die Songwriterin Filiah, wie es sich anfühlen kann, wenn die Luft raus ist. Wieder: im besten und buch­stäblichen Sinn. Denn Energie­losigkeit kann man der Musikerin bestimmt nicht unterstellen.

Verletzlichkeit ist keine Schwäche

Ihr neues Album ist ein Parade­beispiel dafür, dass Intro­spektion und Output einander nicht ausschließen. Insgesamt dreizehn Stücke hat sie auf »A Deep Breath Out« versammelt. Diese reichen von ein­gängigen, poppigeren Klängen bis hin zu eindeutig im Indiefolk ver­wurzelten, ruhigeren Nummern. Im Song »Playground Vision« lotet Filiah, die mit bürgerlichem Namen Nina Schwarzott heißt, den schmalen Grat zwischen Zartheit, Stärke und Humor aus. Denn Ver­letzlich­keit begreift die Musikerin keines­falls als Schwäche. »Wenn ich mir wünsche, dass Menschen etwas aus meiner Musik mitnehmen, dann, dass sie alles fühlen dürfen – und dabei Raum ein­nehmen dürfen«, so die gebürtige Nieder­österreicherin.

Wenn sie im Song »It’s Always Winter (Until It Is Not)« von der Angst singt, gesehen zu werden – »I’m scared to be seen / But I still have this dream« – entsteht einerseits zwar der Eindruck von Lampen­fieber, anderer­seits schafft es Filiah auf ihrem neuen Album aber auch, ihr Innerstes zu offenbaren, sich den alles durch­leuchtenden Röntgen­strahlen zu stellen. Dass über­all dort, wo Licht ist, auch Schatten sein muss, ist kein Geheimnis. Die große Kunst liegt jedoch darin, auch in diesen dunklen Momenten kurze Augen­blicke des Ausatmens – und Aufatmens – zu finden.

Filiah »A Deep Breath Out«

Das Album »A Deep Breath Out« von Filiah ist heute, also am 5. Juni 2026, bei Ink Music erschienen. Die nächsten Konzerttermine der Musikerin lauten: 5. Juni, Wien, Porgy & Bess — 28. Juni, Salzburg, Stadtfest — 9. Juli, Wien, Musik am Fluss — 24. Juli, Feldkirch, Poolbar — 25. Juli, Vöcklabruck, OKH — 25. September, Wiener Neustadt, Zentralkino — 9. Oktober, Nürnberg (DE), Nürnberg Pop Festival – 10. Oktober, Hannover (DE), Kiezkultur Festival.

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