Nina Schwarzott aka Filiah bewegt sich mit ihrem neuen Album souverän auf dem schmalen Grat zwischen Zartheit, Stärke und Humor.

Nur ein Buchstabe trennt das Ausatmen vom Aufatmen – und doch kann sich der Unterschied unglaublich groß anfühlen. Mit einem deep breath out ist man an Letzterem zumindest schon ziemlich nah dran. Einfach mal alles rauslassen, um in einen Zustand innerer Leere zu kommen. In einem durch und durch positiven Sinn. Mit ihrem atemberaubenden Zweitling »A Deep Breath Out« zeigt die Songwriterin Filiah, wie es sich anfühlen kann, wenn die Luft raus ist. Wieder: im besten und buchstäblichen Sinn. Denn Energielosigkeit kann man der Musikerin bestimmt nicht unterstellen.
Verletzlichkeit ist keine Schwäche
Ihr neues Album ist ein Paradebeispiel dafür, dass Introspektion und Output einander nicht ausschließen. Insgesamt dreizehn Stücke hat sie auf »A Deep Breath Out« versammelt. Diese reichen von eingängigen, poppigeren Klängen bis hin zu eindeutig im Indiefolk verwurzelten, ruhigeren Nummern. Im Song »Playground Vision« lotet Filiah, die mit bürgerlichem Namen Nina Schwarzott heißt, den schmalen Grat zwischen Zartheit, Stärke und Humor aus. Denn Verletzlichkeit begreift die Musikerin keinesfalls als Schwäche. »Wenn ich mir wünsche, dass Menschen etwas aus meiner Musik mitnehmen, dann, dass sie alles fühlen dürfen – und dabei Raum einnehmen dürfen«, so die gebürtige Niederösterreicherin.
Wenn sie im Song »It’s Always Winter (Until It Is Not)« von der Angst singt, gesehen zu werden – »I’m scared to be seen / But I still have this dream« – entsteht einerseits zwar der Eindruck von Lampenfieber, andererseits schafft es Filiah auf ihrem neuen Album aber auch, ihr Innerstes zu offenbaren, sich den alles durchleuchtenden Röntgenstrahlen zu stellen. Dass überall dort, wo Licht ist, auch Schatten sein muss, ist kein Geheimnis. Die große Kunst liegt jedoch darin, auch in diesen dunklen Momenten kurze Augenblicke des Ausatmens – und Aufatmens – zu finden.

Das Album »A Deep Breath Out« von Filiah ist heute, also am 5. Juni 2026, bei Ink Music erschienen. Die nächsten Konzerttermine der Musikerin lauten: 5. Juni, Wien, Porgy & Bess — 28. Juni, Salzburg, Stadtfest — 9. Juli, Wien, Musik am Fluss — 24. Juli, Feldkirch, Poolbar — 25. Juli, Vöcklabruck, OKH — 25. September, Wiener Neustadt, Zentralkino — 9. Oktober, Nürnberg (DE), Nürnberg Pop Festival – 10. Oktober, Hannover (DE), Kiezkultur Festival.