Can’t keep this quiet: Das Checkfest war groß

Die Arena wurde dieses Wochenende zum Treffpunkt für Freunde elektronischer Musik, ehemalige Wegbegleiter der Pratersauna und eingefleischte HVOB-Fans. Das Checkfest ließ – zumindest kurzfristig – Festival-Feeling aufkommen, HVOB überzeugten mit einer wundervollen Performance.

© Anna Breit

Wer einmal bei einem Arena-Open-Air war, weiß um die Atmosphäre, die diese Location versprüht. Kein Wunder, dass HVOB im Rahmen des Checkfests nach ihrer Album-Tour und einem ausverkauften Konzert im Frühling hierher zurückkehren. Die Arena passt fast schon zu gut zur unaufgeregten und gleichermaßen perfekt akkuraten, mystischen Bühnen-Performance, bei der gefühlt jeder Scheinwerfer, jeder kleine Hauch Nebel stimmt und das Konzert zu einem Gesamtkunstwerk werden lässt.

HVOB zeigten am Samstag wieder, wie wenig es braucht, um doch so präsent zu sein, und wie sehr Besucher zu abwechselnd beatlastigen und zarten, melancholischen Klängen feiern können. Das Setting stimmte, die Töne saßen und selbst der vergleichsweise kühle Sommerabend passte irgendwie zur Gesamtperformance.

HVOB schaffen, was andere oft so verzweifelt versuchen: auf der Bühne präsent zu sein, ohne dabei auch nur ansatzweise bemüht zu wirken, Musik in den Vordergrund zu stellen, ohne dabei auf Visuals und Effekte komplett zu vergessen und mit dem Publikum zu kommunizieren, ohne wirklich viel zu sprechen. Die Arena-Besucher zeigten sich während des Konzerts dankbar, feierten ausgelassen mit und ließen sich verzaubern, die Band belohnte dies mit einem langen Zugabenblock, bei dem auch Nummern vom ersten Album nicht zu kurz kamen. Insgesamt: viel Liebe auf und vor der Bühne.

Alles HVOB?

Dabei waren HVOB nur ein Act in einem Programm, das sich sehen lassen konnte. Mit Recondite, Stimming und Weval setzte man auf ein Line-up aus recht unterschiedlichen elektronischen Acts, die nachts teilweise auch schon mal Clubs füllen. Und selbst wenn der Platz vor der Bühne kurz vor 21 Uhr noch einmal merklich voller wurde als untertags – das Festivalkonzept ging durchaus auf: Bereits am Nachmittag wurde getanzt. Abgesehen davon bietet das weitläufige Arena-Areal auch ausreichend Fläche zum Entspannen abseits der Bühne.

Insgesamt wirkte das Programm stimmig und zeigte auf, dass elektronische Musik in und abseits des Wohnzimmerspektrums durchaus auch tagsüber und draußen gut funktionieren kann. Man darf nur hoffen, dass das Checkfest wiederkehrt, denn Veranstaltungen wie diese sind dem Publikum wie auch der Arena in Zukunft vermehrt zu wünschen.

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