»Heimat ist ein Gefühl« – Jola Wieczorek im Interview zu »Die noch un­bekannten Tage«

Jola Wieczorek macht in ihrer neuen Dokumentation die Migrations­erfahrung ihrer Familie sowie die Demenz­erkrankung ihrer Mutter sichtbar. Darüber hinaus ist es ein Film über die gemeinsamen Erfahrungen von Migrant*innen, über ein Leben zwischen mehreren Ländern und über Elternschaft.

© Fahrenheit Films

Im Film beginnt alles mit Briefen, die Jola Wieczorek gemeinsam mit ihrer Mutter liest. Die Regis­seurin will mehr über ihre Familien­geschichte wissen, will wissen, warum und wie ihre Eltern damals in Österreich ge­landet sind. Schließlich hat sie nun selbst einen Sohn, der wohl eines Tages Fragen zu seiner Familie stellen wird. Sie be­schließt daraus eine Doku­mentation zu machen – über die Migration ihrer Eltern, die aus Polen stammen und die mit Jola und ihrem jüngeren Bruder in den 1990er-Jahren nach Österreich ge­flüchtet sind. Die Zeit drängt, denn Jola Wieczoreks Mutter ist mittlerweile an einer speziellen, seltenen Form von Demenz erkrankt. Ihre Er­inne­rungen beginnen zu verschwinden. The Gap sprach mit der Regisseurin über den Ent­stehungs­prozess des Films, die Dreh­arbeiten mit ihrer Familie sowie die Unterschiede zwischen Polen und Österreich.

Gewinnspiel: Wir verlosen 2 × 2 Tickets für die Kinostartpremiere von »Die noch unbekannten Tage« am 25. September um 20 Uhr im Stadtkino Wien – in Anwesenheit des Filmteams.

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2022 kam er letzte Langfilm von Jola Wieczorek in die Kinos. Wie hieß dieser? (erforderlich)
Jola Wieczorek (Bild: Ruben Rocha)

Briefe sind der Ausgangspunkt in »Die noch unbekannten Tage«. Hat auch die Arbeit am Film mit diesen Briefen begonnen?

Jola Wieczorek: Während meines Studiums realisierte ich 2013 einen sieben­minütigen Kurzfilm. Darin schrieb ich einen Brief an mein Alter Ego und stellte mir vor, was passiert wäre, wenn wir nicht aus­gewandert wären. Das war das erste Mal, das ich mich mit meiner Migrations­geschichte künstlerisch aus­einandersetzte. Schon damals machte ich Notizen, aber es dauerte Jahre, bis ich mich traute, mich diesem Thema zu widmen. Ausschlag­gebend war dann die Erkrankung meiner Mutter, da dachte ich mir: Entweder machst du diesen Film jetzt oder nie.

Gleich zu Beginn des Films erfährt das Publikum, dass deine Mutter dement ist. War sie – und auch dein Vater sowie dein Bruder – sofort angetan von deiner Idee, aus eurer Familien­geschichte einen Film zu machen?

Bei uns wurde immer schon gefilmt – etwa von meinem Vater mit seiner Super-8-Kamera. Zudem hielten wir das Projekt immer klein, daher hatten sie keine großen Bedenken. Anfangs machte ich sogar den Ton selbst, um ein noch kompakteres Team zu haben. Zudem war mein Partner dabei, der auch in der Film­branche tätig ist. Er über­nahm den Filmschnitt. Den Kamera­mann kannten meine Eltern ebenso. Es war für sie keine große Über­windung. Ich musste sie nicht über­zeugen, das hätte ich auch falsch gefunden. Natürlich gab es etwas Skepsis, aber sie waren sehr offen und sehr verspielt. Ich glaube, sie spürten, dass ich Fragen klären wollte, und sie machten es wohl auch für meinen Sohn. Meinem Bruder musste ich versprechen, dass er nur im Hinter­grund vorkommt, aber das war schon in Ord­nung so, weil er kaum Erinnerungen an damals hat. Er war erst drei Jahre, als wir auswanderten.

Welche Schwierigkeiten ergaben sich durch die Krankheit deiner Mutter?

Die Herausforderung war, wie ich meiner Mutter helfen kann, sich zu erinnern. Ich wollte daher body memories wecken – anhand von Briefen, Musik und Orten, die wir besuchten. Je weiter wir im Film­prozess waren und je weiter die Krankheit fortschritt, desto mehr musste ich einen Plan B oder C haben. Meine Mutter ging immer mehr in eine passive Rolle über. Viele Szenen mit ihr drehten wir deshalb zu Beginn, beispiels­weise den Roadtrip. Damit wollten wir sicherstellen, dass wir sie und ihre Erinnerungen erhalten. Uns half auch die Suche in Archiven, etwa im ORF-Archiv. Wir sahen uns gemeinsam Zeit­dokumente an und bauten das Flüchtlings­lager in Trais­kirchen nach. Ich wollte Erinnerungs­räume bauen, nicht eins zu eins, aber eben als Andeutungen. All diese Methodiken wendete ich an, um meine Mutter zu unterstützen. Sie hat eine spezielle, sehr seltene Form von Demenz – kein Alzheimer –, die viel­leicht nur zwei Personen in ganz Österreich haben. Anfangs wollte ich noch versuchen, die Krank­heit meiner Mama zu verstecken, aber dann merkte ich die Relevanz davon und konnte es nicht verheimlichen. Also setzte ich mich damit auseinander, wie Er­inne­rungen im Körper gespeichert werden, und auch mit Trauma sowie Erinnerung. Auto­sozio­bio­grafische Literatur bestärkte mich darin, dass die kleinen persönlichen Geschichten politische Rele­vanz haben.

Inwiefern wirkt sich die Demenz auf eure Familie aus?

Die Krankheit hat unser Leben massiv umge­krempelt, Sorgearbeit nimmt einen viel größeren Stellen­wert ein. Interessant fand ich die Trans­formation, dass ich als Tochter begann, mir Sorgen um meine Mutter zu machen. Davor war es ja eher umgekehrt. Durch den Prozess des Älter­werdens ver­tauschen sich diese Rollen ohnehin, aber die Krankheit hat es be­schleunigt. Als wir den Film begannen, war alles noch un­besorgter, nun ist vieles schwieriger geworden.

Wie seid ihr vor dem Film als Familie mit eurer Migrations­geschichte umgegangen?

Wir sprachen kaum darüber. Ich stellte schon immer wieder Fragen, aber ich hatte nur Puzzlestücke, die ich schlecht zusammen­setzen konnte, deshalb wollte ich das alles noch recht­zeitig klären. Welche Ent­scheidungen wurden getroffen? Welche Infor­mationen hatten meine Eltern? Warum kam mein Vater zuerst in Öster­reich an? Ich hatte viele Fragen. Die Er­inne­rungen meiner Eltern waren trügerisch und fragmentarisch. Daher waren wir froh, dass wir viele Briefe hatten, an denen wir uns orientieren konnten. Durch den Film wurde vieles greifbarer.

Deine Doku verhandelt Erinnerungen, Migrations­biografien und das Gedächtnis. Dabei ar­beitest du mit verschiedenen Methoden: Du lässt deine Eltern erzählen, zeigst Videos und Bilder aus eurem Familien­archiv, es werden Briefe vor­gelesen und du stellst Szenen beziehungs­weise Orte wie eben das Flüchtlings­lager in Trais­kirchen nach. Einige Auf­nahmen sind zudem auf Super-8-Film entstanden. Wie hat sich diese Heran­gehens­weise ergeben? Was war dir dabei wichtig?

Mir war wichtig, dass sich unser Privatarchiv mit dem allgemeinen Archiv vermischt. Ansonsten ging ich intu­itiv vor. Anfangs hatte ich schnell ein Drehbuch geschrieben, an dem wir uns dann anhalten konnten. Das große Frage­zeichen war aber: Was finden wir in den Archiven? Das war ein relativ organischer Prozess. Im ORF-Archiv fanden wir viel, da wurde damals viel dokumentiert. In pol­nischen Archiven suchte ich ebenso. Durch diese Recherche hatten wir dann viel Material zur Verfügung und bei bestimmten Szenen merkten wir, dass wir sie noch brauchen würden. So spitzte sich das immer mehr zu. Der ganze Prozess dauerte mehrere Jahre, aber manche Sachen waren schon früh geplant. Beispiels­weise, dass ich zuerst durch das Lager gehe – das war eine Idee unseres Kameramanns; oder dass meine Eltern das Lager betreten. Andere Szenen hatten wir zwar gedreht, aber schnitten sie dann später raus, weil wir merkten, dass wir uns auf meine Familie konzen­trieren müssen. Mit vier Personen mit polnischem Migrations­hintergrund, die zur selben Zeit in Trais­kirchen waren, hatten wir etwa tolle Aufnahmen. Überhaupt führte ich viele Interviews mit Pol*innen – auch welchen, die nun in Kanada leben. Es war spannend zu sehen, wie ähn­lich die Er­fah­rungen waren.

Welche zum Beispiel?

Zum Beispiel wurde das Haupthaus in Traiskirchen von vielen »Das Hilton« genannt. Auch das schlechte Essen blieb allen in Erinnerung. Eine Zeit lang durfte man nicht aus dem Haupt­haus hinaus, aber das war recht willkürlich. Uns betraf das, aber nicht die Person, die nach uns kam. Ich weiß bis heute nicht, wie das ent­schieden wurde. Alle konnten sich zudem an die Interviews zu den Asyl­verfahren erinnern, an die Unsicherheit, wie es weiter­gehen würde. Eine Freundin von mir, die damals zwölf war, kann sich noch gut an diese ganzen Slang­wörter erinnern. Meine Er­inne­rungen sind im Film fest­gehalten: die Spann­bett­lein­tücher; die Kinder, die über den Gang laufen; das Essen; dass ich an Toast­scheiben ge­knabbert habe; die An­kunft meiner Eltern in Traiskirchen; wie sie die Autositze herausnehmen. Aber an viel mehr kann ich mich nicht erinnern. Und selbst diese Erinnerungen waren für mich lange Zeit nicht zugänglich.

Welche Erinnerungen hast du an Bad Goisern, wo ihr nachher gelebt habt?

Nach dem Lager in Traiskirchen war Bad Goisern für mich wie ein Paradies. Das erste Mal war ich im Mai dort. Diese grünen Blumenwiesen, diese Land­schaft zwischen den Bergen – es war unglaublich toll und das genaue Gegenteil von Traiskirchen. Zuerst durften wir nur für zwei Wochen hin. Mein Bruder und ich hatten eine Magen-Darm-Grippe, daher ge­währte man uns quasi Urlaub. Aber meine Eltern schafften es dann, dass wir in Traiskirchen abgemeldet wurden. Anscheinend fuhren wir auch kurz nach Wien, aber daran habe ich keine Erinnerungen. Die Berg­land­schaft in Bad Goisern faszinierte mich und ich begann dort mit den Nachbars­kindern Deutsch zu lernen. Auch die ganzen Produkte, die es zu kaufen gab, diese Konsumwelt, erstaunte uns damals, denn in Polen kannte ich das – wenn überhaupt – nur aus Katalogen. Es auf einmal mit den eigenen Augen zu sehen, war eine Wucht. Mittlerweile hat uns Polen mit dem Konsumwahn wohl überholt. Das wundert mich nicht, denn lange hatte man dort nichts. Mittlerweile gibt es ganze Generationen, die nicht im Kommunismus aufge­wachsen sind. Meine Cousinen und ich gehören wohl zur letzten, die diese alte Welt und das Leben im Kommunismus in Polen er­lebt haben.

»Die noch unbekannten Tage« (Bild: Fahrenheit Films)

Das Thema Heimat verhandelt »Die noch unbekannten Tage« ebenfalls – beziehungs­weise dein Gefühl, nirgends wirklich dazu­zugehören. Hat sich das durch die Arbeit an dem Film geändert? Was be­deutet dir Heimat heute?

Ich setze mich schon länger mit dem Thema auseinander und mein persönliches Fazit lautet: Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl. Das kann ich an ganz vielen Orten spüren. Das spürte ich, wenn ich in Polen in der Küche meiner Oma Pierogi aß, das spüre ich, wenn ich am Karlsplatz in Wien sitze, das spüre ich innerhalb meiner Familie, wenn wir Weihnachten auf Polnisch feiern, aber das spüre ich genauso, wenn ich in Spanien mit meinem Freund*innen­kreis zusammensitze. Ich habe gelernt, dass ich an mehreren Orten ein Gefühl der Heimat spüren kann. Damit habe ich ein bisschen Frieden gefunden. Zudem habe ich gelernt, dass es in Ord­nung ist, wenn man sich nicht festlegen kann oder will. Demnächst fahren wir wieder nach Polen, da will ich meinem Sohn noch mehr vom Land zeigen, etwa die Ostsee. Er soll sehen, dass nicht nur seine Mama und seine Großeltern eine so komische Sprache sprechen, sondern ein ganzes Land. Seit meine Großeltern nicht mehr leben, bin ich seltener in Polen. Auch weil mein Partner aus Spanien ist und wir daher dort viel Zeit verbringen.

Wie lebt ihr diese verschiedenen Herkünfte als Familie?

Zu Hause sprechen wir alle drei Spanisch und ich versuche meinem Sohn Elio Polnisch beizubringen, aber es ist eine sehr schwierige Sprache. Es gibt so viele Fälle, die Aus­sprache ist kompliziert, ebenso die Grammatik, denn es wird alles im Wort dekliniert. Hut ab an alle, die Polnisch – oder eigent­lich jede slawische Sprache – als Fremd­sprache lernen! Wir ver­suchen, polnische Traditionen aufrecht­zuerhalten, wobei vieles verloren ge­gangen ist, zum Bei­spiel feiern wir keine Namens­tage mehr. Das ist in Polen eigentliche eine große Sache, wichtiger als der Geburtstag. Weihnachten versuchen wir aber noch polnisch zu feiern, weil es festlicher ist als zum Beispiel in Spanien. Es gibt dann bei uns eine Rote-Rüben-Suppe mit Pierogi. Wir über­legen uns Wünsche für das neue Jahr, die wir auf Oblaten schreiben. Es gibt kleine Aus­sprachen vor dem Essen, damit noch im alten Jahr alles gesagt wird. Das finde ich schön. Wir sind nicht religiös, aber wir wollen Erinnerungen schaffen, vor allem für unseren Sohn. Wir picken uns aus allen Ländern – Österreich, Spanien, Polen – unterschiedliche Tradi­tionen heraus.

Im Film wird ersichtlich, wie fremd sich das Leben in Österreich für euch anfangs ange­fühlt hat. Geht es dir mittlerweile bei manchen Dingen in Polen so?

Ich kann wenig zum heutigen Polen sagen, dafür müsste ich länger dort leben. Mein Blick wäre da zu subjektiv, weil ich nur alle zwei bis drei Jahre für ein paar Wochen dort bin. Natürlich muss ich das Abtreibungs­gesetz in Polen kritisieren, ebenso den Umgang mit queeren Menschen – da hat auch der Rest Europas noch Nach­hol­bedarf. Aber es tun sich – gerade in den Städten – viele posi­tive Dinge. Ich würde gerne eine längere Zeit in Warschau verbringen, aber bis­her hat sich keine Gelegenheit dazu ergeben.

Denkst du, dass man den Unterschied zwischen Ost und West noch stark spürt?

Wenn ich nach Polen oder auch nach Ungarn schaue, die ja beide lange Zeit eine rechtsextreme Regierung hatten, dann merke ich schon, dass das Demokratie­verständnis ein anderes ist. Ich denke, das kommt daher, dass man in diesen Ländern über Jahrzehnte quasi unter einer »Okku­pation« lebte. Polen war lange ein Satellitenstaat, also ein Staat, der zwar völker­rechtlich unab­hängig war, aber unter der Herrschaft einer Groß­macht stand. Das war bei vielen Oststaaten der Fall. Polen wurde unter anderem von Russland kontrolliert, das hatte Einfluss auf das Demokratie­verständnis der Menschen. Damit geht eine Angst vor Fortschritt, vor einer Öffnung, vor pro­gressiven Gedanken einher. Mich be­schäftigt schon, warum sich die Menschen dort immer noch so schwer damit tun, in der Gegenwart anzukommen, warum sie gerade bei Themen wie Demokratie oder Feminismus oft so kon­ser­vativ sind. Aber ich bin zu wenig Expertin, da gibt es sicher Forscher*innen, die sich besser auskennen. Religion ist sicher auch ein wichtiges Thema. Der Katholizismus ist sehr stark in Polen verwurzelt. Mir scheint, dass es von Generation zu Generation auch nicht unbedingt besser wird. Manche der Ostländer wollen sich differenzieren, wollen ihr eigenes Ding machen – unabhängig von der EU und dem »westlichen« Lebensstil. Man kann wohl sagen, dass be­stimmte Werte nachhallen. Es gibt in Polen überdies ein großes Stadt-Land-Gefälle. Zudem hat die rechts­populistische Partei PiS die Bevölkerung Polens stark beeinflusst. Dennoch gibt es ganz viele tolle Bewegungen, zum Bei­spiel gab es starke Proteste von Frauen gegen die Einführung des Abtreibungsgesetzes.

Zu guter Letzt ist auch Mutterschaft und Elternschaft ein wichtiges Thema in »Die unbe­kannten Tage«. Welche neuen Erkenntnisse über deine Familie hast du durch die Arbeit an diesem Film gewonnen?

Ich war bereits in meiner Mutterrolle, als ich begann, den Film zu verwirklichen. Deshalb wurde mir erstmals so richtig bewusst, wie radikal dieser Schritt meiner Eltern damals ge­wesen war: diese ganzen Grenzen, das Ost-West-Gefälle, die Tat­sache, dass sie nicht viele Infos hatten, die Sprache nicht be­herrschten. Sie fuhren einfach ins Blaue nach Österreich, hatten nur ihre Hoffnung. Eine Zeit lang wussten sie nicht, ob sie weiter nach Kanada oder Australien wollten. Sie lernten parallel zu Deutsch auch Englisch. Es herrschte viel Unsicherheit. Auch das Ankommen war nicht einfach – Themen wie Sozial­versicherung, Beihilfen. Sie waren den Beamt*innen quasi ausgeliefert, weil sie sich nicht selbst informieren konnten. Heutzutage ist es wohl eine Spur einfacher, wobei Migrant*innen sicher nach wie vor vielen falschen Hoffnungen hinter­herjagen. Seit ich Mutter bin, weiß ich nicht mehr, ob ich selbst flüchten, woanders leben könnte, ob ich zum Beispiel in China ein neues Leben anfangen könnte. Immer wieder stand auch im Raum, dass meine Eltern wieder zurückgehen. Aber in den 1990er-Jahren war die wirt­schaft­liche Situation in Polen so schlecht, und als die beiden dann in die Pension gingen, war bereits zu viel Zeit verstrichen. Mein Vater meinte einmal zu mir: Polen habe sich so stark verändert, er selbst wüsste nicht mehr, zu wem er zurück­kehren sollte.

Der Film »Die noch unbekannten Tage« von Jola Wieczorek ist ab 25. September 2026 in den öster­reichischen Kinos zu sehen.

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