Die Hunde fliegen tief

Zwei bulgarische Brüder fernab der Heimat in New York: Ned sucht den finanziellen Erfolg als postmoderner Spekulant an der Wall-Street, Ango die Freiheit von Konsumzwängen als Hundeausführer im Central Park. Doch auch hier regiert der harte Kapitalismus – die Schutzgeldmafia entführt die toupierten Lieblinge der Schickeria, die kaufen sie dann zurück, die Cops werden geschmiert. […]

Zwei bulgarische Brüder fernab der Heimat in New York: Ned sucht den finanziellen Erfolg als postmoderner Spekulant an der Wall-Street, Ango die Freiheit von Konsumzwängen als Hundeausführer im Central Park. Doch auch hier regiert der harte Kapitalismus – die Schutzgeldmafia entführt die toupierten Lieblinge der Schickeria, die kaufen sie dann zurück, die Cops werden geschmiert. Ango gehört natürlich zu den Guten, aber als er sich in ein zauberhaftes Mädchen im Park verliebt, das allzu viele Lügengeschichten erzählt, gerät er in ernste Turbulenzen, während Ned versucht, mittels Informationen aus der Hundewelt seines Bruders das Geschäft seines Lebens zu machen. Alek Popov, Jahrgang 1966, hat einen weitere bissige Satire über balkanische Befindlichkeit und die Glücksehnsucht der Goldgräber zwischen West und Ost vorgelegt. Wie schon in „Mission: London“ (2006) gelingt es ihm auch diesmal wieder augenzwinkernd, seine originellen, oft recht wunderlichen Figuren in die abenteuerlichsten, absurdesten Situationen geraten zu lassen. Deswegen hat ihn die Kritik bereits mit Erfolgsautoren wie John Irving oder T.C. Boyle verglichen, sein neuer Roman war in Bulgarien monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Auch andere dort heimische Autoren wie Dimitré Dinev entwickeln sich zum Geheimtipp für intelligenten, literarisch gekonnt umgesetzten Humor – und offensichtlich braucht man eine ganze Menge davon, um in den tristen post-sowjetischen Verhältnissen zu überleben.

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