Gelyncht

Tony Black kommt aus Edinburgh. Dort regnet es ziemlich viel. Die Menschen sind meist verärgert, vor allem, wenn sie abseits des gediegenen Stadtzentrums wohnen.

Das miese Wetter, das schlechte Tiefkühlessen, schummrige Pubs, Wettbüros, unangenehme Hunde und Hundehalter – ich will die Liste nicht fortsetzen, weil sonst liest vermutlich keiner mehr Tony Blacks Roman »Gelyncht«. Black hat jedoch einen ganz guten Musikgeschmack, den er auf seinen Protagonisten, den Privatdetektiv Gus Dury, überträgt. Dieser verfügt auch über einen überdurchschnittlichen Sinn für Gerechtigkeit und stolpert dabei immer wieder über seine eigenen Beine, und – wenn es die Story so will – über einen Toten. Im zweiten Gus Drury-Roman wird ein toter Buchmacher gefunden, die Exekutive agiert nicht ganz sauber und schon steckt Gus in einem Fall, der sich im Kampfhunde-Milieu abspielt. Bald wird klar, da geht’s ums große Geld und um große Wetten, aber hier kämpfen nicht nur Hunde gegen einander. Wirklich gut geschrieben, rinnt von Seite zu Seite besser, gleich wie der Whisky, den Gus zu sich nimmt. Lokal- und Sozialfärbung halten durch, der Autor weiß eben, welchen Cider die Menschen wo trinken und wie sie dazu fluchen. Aber wie bei jedem guten Krimi sollte auch hier eine kleine Warnung ausgesprochen werden: Krimifans, die sehr tierlieb sind, sollten von diesem Roman die Finger lassen.

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