Niceville

Mixt man »Twin Peaks« von David Lynch, »Das letzte Gefecht« von Stephen King und »Das Haus« von Mark Z. Danielewski zu einem Buch zusammen, kommt man zu Carsten Stroud.

Der hat einen bitterbösen, teils fantastischen und zugleich mystischen Roman geschrieben. »Niceville« ist der Titel, nettes Dorf, oder so. Aber schwerer Irrtum, in dieser an sich idyllischen Kleinstadt scheint sich das Böse breitgemacht zu haben. Hier verschwinden durchschnittlich fünfmal mehr Menschen als in jeder anderen vergleichbaren Kleinstadt, lässt uns der Autor gleich eingangs wissen. Es scheint, als hätte Carsten Stroud einige Storys geschrieben, sie zerschnipselt, neu zusammengesetzt und wirklich sehr anständig aufgemotzt. Das eigentlich Faszinierende ist, dass der Roman funktioniert. Der geht in all seiner Pracht auf, erzählt nie alles, aber eben so viel, dass man gerne weiterliest. Jeder kennt »Niceville«, jeder kennt böse Flecken, die man lieber meiden sollte und doch ziehen sie einen magisch an. So lange dieses Prinzip hinhaut, das zugegebenermaßen dem Leser eine gewisse Naivität abverlangt, so lange haut auch ein Roman wie dieser ganz gut hin.

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