Dunka Dunka

Der als arbeitswütig geltende Hakan Lidbo dreht beim Eröffnungstrack seines bei Shitkatapult erschienen Albums „Dunka Dunka“ das Ventil seines Arbeitsgerätes auf, um den über eine längere Produktionsphase hindurch angestauten Druck abzulassen. Nach diesem etwas unrhythmischen Start fährt der Tech-House-Meister aus Malmö eine dumpf stampfende Bassdrum hoch, die über weite Strecken des Albums nicht zur Ruhe […]

Der als arbeitswütig geltende Hakan Lidbo dreht beim Eröffnungstrack seines bei Shitkatapult erschienen Albums „Dunka Dunka“ das Ventil seines Arbeitsgerätes auf, um den über eine längere Produktionsphase hindurch angestauten Druck abzulassen. Nach diesem etwas unrhythmischen Start fährt der Tech-House-Meister aus Malmö eine dumpf stampfende Bassdrum hoch, die über weite Strecken des Albums nicht zur Ruhe kommt und ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne prescht. So weit, so unspektakulär.

In die Gänge kommt das bereits achte Album des Schweden erst mit dem Stück „Call for Islam“. In diesem packt er zum ersten Mal eine Hookline aus, um sie gleich mit enormer Schubkraft durch den Track zu jagen. Die darin zu hörenden, völlig verfremdeten Vocals klingen, als würde ein stark verkühlter Muezzin mit krächzender Stimme über eine kaputte Lautsprecheranlage zum Gebet aufrufen. Das verleiht dem Track einen verdrogt-hypnotischen Touch.

Mit den elf Nummern des neuen Albums beweist der seit den 90er-Jahren aktive Produzent erneut, dass er von Melodien nicht viel hält, viel lieber speckt er seine Arrangements bis auf die Bassdrum ab. So ist „Dunka Dunka“eine klassische Technoplatte ohne Pipapo geworden, die erst dann ihre volle Wirkung zur Entfaltung bringt, wenn man im zuckenden Stroboskoplicht jegliche Gefühlswelt ausblendet und sich und seine Umwelt vergisst.

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