Heritage

Auch dunkler Metal besinnt sich auf die Siebziger Jahre und seine eigenen Stammbaum. Hör mal ran: Satan hörte früher Prog Rock.

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Es ist eine Welt, in der 13 verschiedene Gitarren für einen einzigen Song eingespielt werden, in der Tontechniker aussehen wie aus „Almost Famous“, in der blutige Coverartworks noch von Hand gemalt werden, in der nur starke Individuen überleben und Solidarität ein Schutzmechanismus der Schwachen ist, in der sich einzelne Bandmitglieder dem Alphatier unterzuordnen haben – in der also die Siebziger Jahre nie aufgehört haben. Auch im Black Metal geschieht, was auch sonst an allen Ecken der Musik und Kultur allgemein beobachtbar ist, eine Rückbesinnung, ein Innehalten, weil die letzten zehn Jahre insgesamt offenbar in eine ziemlich katastrophale Sackgasse geführt hatten. Im Fall der schwedischen Progressive Metal Überhelden Opeth bedeutet das zurück zu blicken auf jene Zeit, in der sich Folk, Rock und Ernste Musik, altertümliche Harmonien und ein ganzer Haufen ideologischer Bullshit verhärteten: Black Sabbath, King Crimson und Led Zeppelin. Prog, Baby. Den Fans schmeckte das bisher weniger. Kein Growling, müde Songs, wenig Herzblut. Das ist auch gar nicht so wichtig. Die Platte wird wohl kein Meilenstein der Band werden. Sie ist aber andrerseits ein Zeugnis dafür, dass größere gesellschaftliche Entwicklungen in den finsteren Kammern des Metal widerhallen.

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