Hesher

Der ungestüme Hesher wird in diesem Feel-Good-Film zum störrischen und unberechenbaren Störfaktor zum Guten hin.

Endlich eine gute Rolle für Joseph Gordon-Levitt, der als Hesher so etwas wie die Antithese zu seiner Tom Hansen-Figur aus »(500) Days Of Summer« gibt. Hesher ist roh, direkt und mitunter brutal. Der 13-jährige T.J. lebt gemeinsam mit seinem niedergeschlagenen Vater seit dem Tod seiner Mutter bei der Großmutter die für die beiden sorgt. Relativ unvermittelt tritt Hesher in ihr Leben und macht sich nicht nur auf ihrer Couch breit. Seine unverblümte Art ist unberechenbar, reißt die beiden aber auch aus ihrer Lethargie. Erlebnisse, in denen er T.J. hilft, auf eigenen Beinen zu stehen, wechseln sich mit jenen, in denen Heshers Handlungen ihm Schmerz zufügen – Hesher beschleunigt das Erwachsenwerden aller Figuren, die ihm begegnen. Der Film setzt dabei weniger auf Pointen, denn auf eine aufgekratzte Grundstimmung. Heshers Unberechenbarkeit ist oft schon wieder berechenbar, wie für die Figuren ist der Ausgang vieler Situationen aber unklar. Nur, dass es Hesher egal ist. Spencer Susser inszeniert den Film nicht als Loblied auf kompromisslose Anarchie, sondern als liebevollen Reminder, nicht in geschlossenen Gedankenmustern zu verharren. Ganz definitiv Feel-Good-Kino.

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