Joe The Barbarian

Morrison zu lesen und verstehen dürfte eine zutiefst spirituelle Erfahrung sein. Andernfalls ist es schwer verständlich, warum so viele eifrige Fans jeder einzelnen Zeile Grant Morrisons überall hin folgen.

Natürlich kann es auch einfach so sein, dass Grant Morrison ein fantastischer Autor ist, der seinen Gimmick (sprich: Was ist die Beschaffenheit der Realität?) auf vielfältigste Art und Weise in unterschiedlichste, jedoch immer unterhaltsame Geschichten weben kann. Neuester Streich: der Anfang der achtteiligen Serie „Joe The Barbarian“. Vom beinahe schon lächerlich übertalentierten visuellen Genie Sean Murphys unterstützt lernen wir Joe Manson kennen. Zuckerkrank, Außenseiter, Einzelkind, Halbwaise. Und am Ende von #1 hat Joe vergessen, seine Medikamente einzunehmen und halluziniert – eine Sequenz, in der Sean Murphys faszinierend ambivalente Linienarbeit (von Dave Stewart in leuchtende Farben gehüllt) spielerisch zwischen Leichtigkeit und Schwere oszilliert. Aber es wäre nicht Morrison, wenn es dabei bliebe. Es fehlen noch sieben Teile, um das Bild vollständig zu machen, doch schon nach dem ersten Teil, in dem Morrison in aller Ruhe und mit Weitblick Protagonist und Motiv etabliert hat, ist es schier unmöglich einen weiteren Monat auf den nächsten Teil dieser Reise zu warten.

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