Lieben

Der zweite Teil seiner sechsbändigen Autobiografie vermittelt die poetisch wie analytisch präziseste Reflexion des ambivalenten Urtriebs: Liebe.

In Norwegen wurden die Bände dieses opulent radikalen Erzählunterfangens in nur drei Jahren publiziert und allesamt Bestseller; nach dem letzten verkündete der erst 44-jährige Autor 2011, sein Schriftstellersein sei nun beendet. Nach »Sterben«, dem im letzten Jahr auf Deutsch erschienenen ersten Teil, in dem er seine Ursprungsfamilie und den Tod des Vaters schonungslos aufarbeitete, widmet er sich nun seiner eigenen Familie: seiner zweiten Frau Linda, den Kleinkindern Vanja, Heidi und John. Wie entsteht Liebe zwischen zwei Menschen und zu Kindern, was lässt sie halten, brüchig werden und erneuern? Knausgård schildert seine Beziehungen ehrlich und ohne moralische Hemmung, dabei in magisch funkelnder und sogartiger Sprache: die Konflikte zwischen einem schweigsamen, Rückzug ins Alleinsein benötigenden Schriftsteller und einer geselligen, vom Alltag aber schnell überforderten Filmerin; die Kämpfe um Distanz wie Nähe, Zeit und Geld innert einer Wunschfamilie; die unvergleichliche Freude mit den Kleinkindern ebenso wie die Wut auf sie. Zärtliche Detailschilderungen eines Zusammenlebens und -liebens wechseln sich ab mit scharfkritischen Selbst- und Gesellschaftsreflexionen, und dies auf dem brillantesten Niveau, das die Weltliteratur derzeit zu bieten hat.

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