Memory

Im Land wo die dunklen Vektoren wohnen, wo die Dystopie noch in der fernen, kalten, geilen Zukunft wartet, schwingen Lazer Sword Bässe in Netzgeschwindigkeit.

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Warum Los Angeles und die Bay Area zu einem kleinen Eutopia für furiose Knöpfchendreher wurde, lässt sich aus der Entfernung schwer festmachen. Dabei lässt sich das so gar nicht mehr sagen. Von Flying Lotus zu Gaslamp Killer, Gonjasufi zu Lorn, Rustie, Fulgeance bis nach Monkeytown führt der Weg schnell über die Ozeane zu den Satelliten in die Stratosphäre. Schwere, zittrige Bässe sind heute keine Frage des Ortes mehr, sondern eine Angelegenheit von Übertragungsraten und Datenkammern im Netz. Lazer Sword programmieren mit neuesten Schallwerkzeugen da neue Versionen, wo schon Cybotron und Dopplereffekt so überzeugend versucht hatten die Zukunft hörbar zu machen. Heute hat sie eindeutig mehr Bass, pulsiert, wabert, dehnt und zieht sich stärker zu zusammen. Lazer Sword nehmen zwar viel klassischen Electro, führen ihn aber durch immer neue Aggregatszustände, sei es mit Geisterhouse-Vocal-Echofetzen, Wobble, dreckigem Juke, Vocoder-Funk oder Resten von Dancehall. Dass das zweite Album des kalifornischen Duos dabei nicht beliebig oder heterogen klingt, dafür ist ein sorgfältiges Sounddesign verantwortlich. Dass die beiden Ex-Mitarbeiter des XLR8R Magazin Bryant Rutledge und Ataeus Roy damit mittlerweile beim Modeselektor-Label Monkeytown gelandet sind, scheint nur konsequent, baut man dort doch an Beats mit drei Schritten im Übermorgen.

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