Samaris

Ein Album, das Island-Klischees wachruft, dabei aber Neues schafft, das mit den alten Helden der Insel nicht viel zu tun hat.

Kaum setzt der Gesang ein, prasseln Vergleiche und Bilder auf einen ein: Sind das jetzt ätherische Klangwelten Sigur Rós’schen Ausmaßes? Ist das jetzt die verhallte Stimme Björks? Klar ist auf jeden Fall: Das, was sich da über verhuschtem elektronischem Gefrickel aufbäumt, kann etwas. So sehr, dass Samaris bereits wenige Monate nach ihrer Gründung den Icelandic Músíktilraunir sowie einen Kraumur-Award in der Tasche hatten und ihre beiden EPs, die auf „Samaris“ vereint sind, in ihrer Heimat inzwischen vergriffen sind. Im an Künstlern nicht armen Island werden Kári Steinþórsson, Jófríður Ákadóttir und Áslaug Rún Magnúsdóttir als Wunderkinder gehandelt – ihre Zwanziger haben sie noch nicht erreicht.

In großen, atmosphärischen Tönen erzählt das Trio lyrische Sagas, die so poetische Namen wie „Guter Mond“ („Góða Tungl“) oder „WiegenDub“ („VögguDub“) tragen und auch einmal fallende Aktien zum Thema haben („Stofnar Falla“). Dumpfe Bässe treffen auf glockenhelles Keyboard-Geklimpere („Sólhvörf II“), Ákadóttirs Stimme durchzieht das Album als integraler Bestandteil der Musik. Ein komplett neues Album ist bereits für diesen Herbst geplant.

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