Eden

Schrill, elektronisch und politisch unterfüttert: Mary Ocher bewegt sich auf dem Exzentrik-Level von HGich.T.

Mary Ocher ist ein Berliner Phänomen: Es gibt heute kaum mehr eine Bühne in der Metropole der deutschen Subkultur, die sie nicht zumindest einmal betreten hat, heißt es in einschlägigen Blogs. Mit ihren 26 Jahren ist sie bereits ein alter Hase in der Musik- und Clubszene. Seit sie vor fünf Jahren Tel Aviv verließ, um sich der Berliner Boheme anzuschließen, inszeniert sie sich zwischen Hippie-Hohepriesterin und Hipster-Mädchen mit blauen Lippen und dicker Brille – und performt beinahe pausenlos.

Zwischen Tarot-Karten und Totenschädeln braute sie nun mit dem kanadischen Rocker King Khan, wie schon im Frühling 2011, in den Moon Studios etwas zusammen: ihr zweites Soloalbum ohne Mary and The Baby Cheeses, ihre Backing-Band aus der israelischen Heimat.

Kultisch, schrill und andersweltlich ist „Eden“. Musik, die man in keine Schublade stecken kann. Vielleicht noch die Elektronische. Dabei bleibt Mary Ocher stets Protest-Sängerin: Sie prangert die Zustände in Natur („Wake Up“) und Gesellschaft („(As free as) The great outdoors“) an, kritisiert die regierende Elite: „In my town, no harm is caused unless you’re foreign“, singt sie in „My town“ mit klagend-überschnappender Stimme.

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