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Dieser grandiose, knapp 600-seitige Roman des 38-jährigen Franzosen ist nichts weniger als das Pandämonium unserer Aggressionen, eine Geschichte der Gewalt im 20. Jahrhundert.

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Ein einziger Satz durchspannt diese Symphonie der Schuld und des Leidens in – wie in der »Ilias« – 24 Gesängen, diesen inneren Stakkato-Monolog eines amoralischen Helden: Francis Mirković, 49-jähriger Sohn einer kroatischen Emigrantin und eines Algerienkriegs-Folterers in Paris, sitzt erschlagen von Alkohol und Amphetamin in einem Zug nach Rom, wo er 300.000 Dollar von Vatikan-Prälaten für seine Listen von Kriegsverbrechern und Terroristen und Fotos von deren Opfern fordert, die er als französischer Geheimdienstagent im Mittelmeerraum illegal kompilierte. Die realen Verbrechen von Nazischergen, Tschetniks und israelischen Soldaten schildert Francis ebenso gehetzt wie seine eigene Vergangenheit als »Bluthund von Bosnien«, der zwei Jahre freiwillig am Balkankrieg teilnahm. Ein rechercheträchtiges Bildermeer über der todestriebschwangeren Kehrseite unserer Zivilisation.

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