Rock im Dorf 2018: Konzentrierte Festivalfreude

Innerhalb seines kleinen Rahmens hat das Rock im Dorf sehr viel Qualität zu bieten. So viel, dass es aus diesem Rahmen beinahe schon wieder herausfällt.

Das Rock im Dorf ist zwar ein kleines Festival, trotzdem muss es sich nicht verstecken. Kann es auch gar nicht – viel zu bunt ist das Logo und viel zu viele Lichter und farbige Girlanden wurden am kleinen Gelände im oberösterreichischen Schlierbach verteilt. Außerdem ist da ja noch die Musik. Auch im 13. Jahr des Festivals präsentiert sich das Line Up als eine spürbar mit Liebe kuratierte Ansammlung von Acts – beinahe alle davon aus Österreich. Diese wurden so auf die beiden Bühnen aufgeteilt, dass es problemlos möglich zwischen den Acts von einer zur anderen zu wandern. Der Weg führte dabei immer an einem zur Gänze mit Strohballen eingerichteten Zelt vorbei – eine kleine Portion Klischee geht schließlich immer. Kleine Portionen ihres bisherigen musikalischen Schaffens lieferten auch die ersten Bands ab, es wurde ihnen mit viel Getanze in der Wiese vor der Bühne und fröhlichen Gesichtern gedankt. Dazu gesellte sich am späteren Abend des ersten Tages noch eine große Dosis Gefühl. Vor allem bei der Band Garish, die einst wohl einem Großteil der mittlerweile 30-jährigen Anwesenden über ihre größten Teenie-Ängste hinweggeholfen hat. Eine große Palette an Gefühlen bot auch das Konzert von Voodoo Jürgens und seiner Ansa Panier, allen voran seine Schmuse-Nummer „In deiner Nähe“. Für manche mehr, für andere wieder weniger überraschend, setzte Cid Rim dem Festival schon am ersten Abend die absolute Krone auf. Am zweiten Tag sangen und spielten Dives all das Gerede vom viel zu frühen Herbst und scheinbar verpatzten Sommer einfach weg. Der Tau auf den Zelten entwickelte sich im Laufe dieser Tage nämlich zu einem besonders vielschichtigen Gesprächsthema. Mit Kreiml und Samurai und der Mundwerk Crew ging der Samstag dann eher hip hop-lastig zu Ende. Das Rock im Dorf ist konzentrierte Festivalfreude – es gibt nicht besonders viel, aber alles was es gibt, ist gut. Damit entspricht es eigentlich hundertprozentig seiner Umgebung: Auch in Dörfern gibt es meistens von allem ein bisschen etwas und das in besonders guter Qualität – Eier und Milch direkt vom Bauern, in Handarbeit gefertigte Schuhe und dieses eine Beisl mit dem besten Schnaps. So will es jedenfalls das Klischee. Aber wie wir beim Rock im Dorf gelernt haben, ist eine kleine Portion Klischee ja durchaus noch im Rahmen.

© Maximilian Lottmann
Hearts Hearts © Maximilian Lottmann
Hearts Hearts © Maximilian Lottmann
Lea Santee © Maximilian Lottmann
Garish © Maximilian Lottmann
© Maximilian Lottmann
Voodoo Jürgens © Maximilian Lottmann
Cid Rim © Maximilian Lottmann
Cid Rim © Maximilian Lottmann

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