Zeit für Schwerelosigkeit – Steaming Satellites feiern mit »The Great Lime Paradigm« ihr zwanzig­jähriges Bandjubiläum

Auf ihrem neuen Album nehmen uns die dampfenden Satelliten mit in die Umlaufbahn – und sie klingen trotz der allgemeinen Weltlage so unbeschwert wie selten zuvor.

© Steaming Satellites

Es gleicht einem Durchrauschen durch die süßesten Kindheits­erinnerungen, während der Fatalismus unserer Gegenwart beim Blick aus dem Fenster plötzlich ganz klein wird. Mit einer Kapsel ins Weltall geschossen, hat man nur die cozy Gefühle mit an Bord: unbeschwerte Sommer­monate im Freibad, die ersten richtig dicken Freund*innen­schaften, die sich bis ins Jetzt ziehen. Fotos der besten Faschings­kostüme schmücken die Wände, während draußen die Welt in der Ferne verschwimmt. Es ist warm, bunt und feierlich hier oben, wo man der erdrückenden Schwere, die eine*n beim Öffnen der Nachrichten am Smartphone empfängt, für knappe vierzig Minuten ent­kommen kann.

Zum zwanzigjährigen Jubiläum lösen sich Steaming Satellites mit »The Great Lime Paradigm« etwas von ihrem oft kraftvoll-satten Sound, ohne dabei an Intensität einzubüßen. Zwischen Indie und Alternative, psychedelischem Spacerock, Garage und kleinen Dub-Ausflügen wird diesmal jedenfalls weniger geschwelgt als losgelassen. Gitarren dürfen fuzzy sein, Rhythmen treiben nach vorne, Melodien schweben irgendwo dazwischen. Nach zwei Jahrzehnten klingt das stellen­weise fast so un­be­schwert, als hätte die Band gerade erst angefangen, gemeinsam Musik zu machen.

Weg mit dem Ballast

»The Great Lime Paradigm« ist eine Einladung, die Augen kurz zu schließen und sich zurück­zulehnen in diese wohlig-warme, fuzzy Chaise­longue, die Musik manchmal sein kann und vielleicht gerade dann sein muss, wenn alles andere um einen herum zu zer­brö­ckeln droht. Dabei ist das hier trotzdem kein hundert­prozentiges Happy-Peppi-Album, das die Schwere einfach ignoriert oder kleinredet. Sie bleibt irgendwo da draußen bestehen, darf für elf Tracks aber einmal durch das Kapselglas be­trach­tet werden. Und wenn die Luke wieder aufgeht? Ist die Welt vielleicht noch genauso mühsam wie vorher. Man selbst aber ein bisschen leichter und vielleicht sogar besser gerüstet, wieder einen Fuß hineinzusetzen.

Steaming Satellites »The Great Lime Paradigm«

Das Album »The Great Lime Paradigm« von Steaming Satellites ist am 25. September 2026 bei The In­strument Village erschienen. Die nächsten Konzert­termine der Band: 21. Oktober, Wien, WUK — 22. Oktober, Graz, PPC — 23. Oktober, Linz, Posthof — 28. Oktober, Nürnberg (DE), MUZ Club — 29. Oktober, Berlin (DE), Privatclub — 30. Oktober, Hamburg (DE), Betty — 31. Oktober, Erfurt (DE), Franz Mehlhose — 1. November, Dresden (DE), Beatpol — 11. November, Dornbirn, Spielboden — 12. November, Innsbruck, Treibhaus — 13. November, Salzburg, Rockhouse — 14. November, München (DE), Strom — 17. März 2027, Salzburg, Rockhouse — 18. März, St. Pölten, Cinema Paradiso — 19. März, Steyr, Röda — 20. März, Imst, Stadtbühne — 9. April, Ried im Innkreis, KIK — 2. Juni, Klagenfurt, Klagenfurt Festival — 3. Juni, Wien, Metropol.

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