Stilvolle Hinrichtung

Alice Cooper ist nicht totzukriegen: Bei seiner „Theatre Of Death“-Show wird der Mann mit dem markanten Augen-Make-up wieder einige spektakuläre Tode sterben – mal ganz in Leder, mal im Glitzer-Anzug.

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Weiß geschminktes Gesicht, schwarz verschmierte Augen und Requisiten aus der Folterkammer: Im Grunde hat Alice Cooper Anfang der 70er den Schock-Rock im Alleingang erfunden, der später in Kiss, Marilyn Manson, Gwar oder Lordi erfolgreiche Nachahmer fand. Mit ihren schnellen, harten Riffs hat die Band auch den US-Punkrock der ersten Stunde maßgeblich beeinflusst. Auf ihren Tourneen führten sie grelle Horrorshows auf, in deren Verlauf Cooper mit einer Riesenschlange hantierte, große Mengen künstliches Blut vergoss, in Zwangsjacken gefoltert wurde und als „Höhepunkt” mittels Erhängen oder Enthauptung jeweils seine Hinrichtung simulierte.

Mehr als 40 Jahre ist sein erstes Studioalbum alt, seine ersten weltweiten Hits wie „I’m Eighteen“ oder „School’s Outsind kaum jünger – für Alice Cooper, Jahrgang 1948 und in Detroit geboren, bleiben seine Bühnen-Shows aber immer der Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Coopers Tourneen sind heute mit dem aufwendigen Equipment anspruchsvoller Geisterbahnen ausgestattet, an dem perfekt inszenierten Ablauf von Lasereffekten, Kostümen, Make-ups und Requisiten arbeitet die ganze Familie mit. Tochter Calico beispielsweise ist seit zehn Jahren fester Bestandteil der Show, lässt sich von ihrem Hund in die Kehle beißen und fegt in allerlei Fetisch-Outfits über die Bühne.

Auf der in den USA bereits frenetisch gefeierten „Theatre Of Death“-Tour unternimmt Alice Cooper einen Rückblick auf seine persönliche Musikgeschichte: Über 90 Minuten lässt er in einer an eine Rockoper erinnernden Aufführung seine gut 40-jährige Karriere anhand von 26 Songs Revue passieren. Von den Anfängen mit „I’m Eighteen” und „Under My Wheels” über die Hits „School’s Out”, „No More Mr. Nice Guy”, „Only Women Bleed” und „Poison“ bis hin zum letzten Studio-Album „Along Came A Spider“ aus 2008. Anlässlich des Tournee-Starts im Frühjahr erklärte Cooper, dass er noch immer hoch motiviert sei, auf der Bühne zu stehen und weitere Alben zu produzieren. „Ich bin froh, ein elder statesman zu sein, und gesund obendrein. Ich blicke hinüber zu Freunden wie Ozzy, Iggy und Steven Tyler als ebenfalls Überlebende. Wir sind Fleischfresser, keine Dinosaurier. Wir fressen jede Band, die sich uns in den Weg stellt.“

Alice Cooper

11.08., 20.00 Uhr

Arena, Wien

www.arena.co.at

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