Anna Artaker lässt Natur malen

Das Kunstforum Wien setzt mit der neuen Ausstellung von Anna Artaker „The Pencil Of Nature“ Natur in Szene. Farbfotogramm trifft auf Naturselbstdruck, eine Hommage an die Ästhetik der Pflanze. The Gap lädt am 17. Mai 2017 zur Ausstellungseröffnung.

© Foto: Ulrich Dertschei (Ausschnitt) © Courtesy the artist
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Am 18. Mai ist internationaler „Fascination of Plants Day„. An diesem Tag werden alle Zeichen auf Grün gesetzt, Wissenschaftler und Botanik-Aficionados aus aller Welt betonen die Bedeutung der Pflanze für Mensch und Umwelt, parallel dazu wird im Kunstforum der Bank Austria Wien die Begeisterung für die Pflanze auf einer künstlerischen Ebene zur Schau gestellt. Von 18. Mai bis 16. Juli gibt es dort die Naturselbstdrucke der österreichischen Künstlerin Anna Artaker zu bestaunen.

Der Titel der Ausstellung The Pencil of Nature ist angelehnt an eine Publikation von William Henry Fox Talbot 1844-46, der mit seiner Verfahrenstechnik die Fotografie mit der Natur in Einklang brachte. Talbot’s Werk gilt als wegweisend in der Fotografie, weil es ein neue Art des fotografischen Zeichnens präsentierte, die völlig ohne Kamera auskam. Das Ergebnis waren Fotogramme, für die Talbot Pflanzen verwendete, die er mit Glasplatten auf präpariertes Papier presste und damit durch die Einwirkung von Sonnenlicht negative Schattenrisse erzeugte.

Anna Artaker bewegt sich bezugnehmend darauf gleich doppelt „back to the roots“. Sie macht sich eine uralte Technik zu eigen und verwandelt diesen Moment der „Geburt der Fotografie aus dem Geiste der Botanik“ in zeitgenössische Naturselbstdrucke. Durch das Prinzip Naturselbstdruck, bei dem eine dünne Farbschicht auf das Blatt, Insekt oder Fossil aufgetragen und anschließend mit einer Druckplatte gepresst wird, soll die Natur originaltreu konserviert werden. Die Pflanzenabdrucke wurden in der Wiener Staatsdruckerei der K&K Monarchie weiterentwickelt und perfektioniert. Anwendung fand diese Darstellungsform vor allem in der Botanik. Einer seiner berühmten Vertreter war Constantin von Ettingshausen.

Beispiel eines Naturselbstdrucks von Constantin von Ettingshausen

Die Ästhetik in Artakers Kunst entsteht durch einen zeitgenössischen, puren Zugang zu der Natur, sowie dem Zusammenspiel aus Konturen, Kontrast und Schatten. Sie konzentriert sich dabei auf das Wesentliche: Die Pflanze selbst. Neben den Ergebnissen der Künstlerin, die an der Akademie der bildenden Künste in Wien Konzeptkunst studierte, gibt die Ausstellung auch einen Einblick in die unterschiedlichsten Zwischenstufen des Naturselbstdruck-Verfahrens und zeigt einen einen Originalabzug aus Talbots „The Pencil of Nature“ aus der Sammlung FOTOGRAFIS der Bank Austria.

Anna Artaker: THE PENCIL OF NATURE wird von 18.5. – 16.7.2017 im Kunstforum Wien gezeigt. Bei der Eröffnugnsparty gibt’s neben Kunst auch musikalische Untermalung, dieses Mal von den Partout-Jungs. Die Eröffnung findet am 17. Mai ab 20:30 Uhr statt. 

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