Ein feines Schwipserl – Diagonale-Special »Rausch« im Metro Kinokulturhaus

Nicht nur The Gap, nein, auch die Diagonale in Graz feiert dieses Jahr 25. Geburtstag. Schon mal zwei gute Gründe für eine Zusammen­arbeit. Der dritte: Das historische Special des Film­festivals ist heuer dem Thema »Rausch« gewidmet. Gemeinsam werden wir dieses daher von Graz nach Wien ver­längern. Prost!

© Caroline Bobek — Durch die Nacht mit der Kunststudentin Anthea Schranz: »LOLOLOL« von Kurdwin Ayub

»Euphorie und Weltverdruss. Kater und Katharsis. Dem österreichischen Film – vielleicht Österreich per se – ist ein Hang zum Rausch nicht abzu­sprechen. Als viel­gestaltiges Leinwand­sujet suggeriert er dabei vieles: Leichtig­keit, Wunsch nach Emanzipation, Taumel, Verdrängung, Besinnungs­losigkeit, Blödheit, Entstellung, Zerstörung, …« Die Bandbreite, die der Begleit­text zum historischen Special der Diagonale 2022 dem Rausch als zentralem Topos des öster­reichischen Kinos attestiert, spiegelt sich auch im Kurzfilm­programm wider, zu dem wir im Rahmen unserer Geburtstags­feierlichkeiten gemeinsam mit dem Festival des öster­reichischen Films ins Metro Kino­kultur­haus laden.

Bis zum Erbrechen

Zu sehen sind vier Filme, die jeweils ihren eigenen Zugang zum Thema finden. Da wäre etwa das »Rausch­lied« aus der Operette »Künstler­blut« (1906), in dem Alexander Girardi singt: »So ein Schwipserl, so ein kleines, so ein Schwipserl, so ein feines, es erquickt uns, es entrückt uns der faden Wirklichkeit …« Oder der Zehn­minüter »Rauchen und Saufen« (1997) von Albert Sackl, für den sich der Filme­macher im Zeitraffer dabei gefilmt hat, wie er viereinhalb Stunden lang Tschick und Wein »bis zum Erbrechen« konsumiert. Inklusive benommenes Resümee in Echtzeit.

Kein Rausch ohne Kater: »Erdbeerland« von Florian Pochlatko begleitet Jugendliche beim Coming-of-Age. (Foto: Sixpackfilm)

In Florian Pochlatkos »Erdbeer­land« (2012) wiederum suchen Teenager im Rausch eine Möglich­keit aus der Enge und Lange­weile der Provinz auszubrechen. Und »LOLOLOL« von Kurdwin Ayub (2020), die mit »Sonne« den Eröffnungs­film der heurigen Diagonale stellt, begleitet die 23-jährige Kunst­studentin Anthea Schranz durch Wien – zwischen Sinn­suche und Stress, Coolness und Exzess.

Das einschlägige Kurzfilm­programm zum Thema »Rausch« – in Kooperation mit der Diagonale und dem Film­archiv Austria – ist am Mittwoch, dem 20. April 2022, um 20 Uhr im Metro Kino­kultur­haus in Wien zu sehen. Tickets sind regulär um € 8,50 erhältlich, ermäßigt um € 7,— bzw. € 6,— (FAA-Club) sowie € 5,— (FAA-Uni-Club). Die Ticket­reservierung ist hier möglich. Alle weiteren Details zu den Feier­­l­ich­­keiten anlässlich von »Ein Viertel­­jahr­hundert The Gap« findet ihr unter www.thegap.at/25.

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