It’s still a trap

Ihr wisst, worum es geht. Nämlich Cafés, die in Wirklichkeit keine sind. Davon gibt es in Wien ja genug und weil wir natürlich niemanden ausschließen wollen, gibt es eine Fortsetzung.

Wie sich bei der „Recherche“ herausgestellt hat, gibt es Wien eigentlich recht wenig sogenannte „Cafés“, die sich zum Kaffee trinken eignen. Deshalb und weil wir einige Hinweise bekommen haben geht es hier weiter mit den besten Cafés zum Saufen.

Nicht unbedingt, weil es klein ist, schwer zu finden, aber das Kleine Café hat mit seiner Lage am Franziskanerplatz schon den ein oder anderen kurz „Before Sunrise“ zur Verzweiflung gebracht. So mancher Tourist hat es da leichter. Einen Reiseführer bräuchte man nämlich, wenn man besoffen im Ersten herumtorkelt, um das von Hermann Czech entworfene Kleine Café zu finden. Die Erwartung eines durchschnittlichen Reisenden, an ein Wiener Kaffeehaus, wird dort allerdings eher nicht erfüllt. Seit den 70ern ist es ein Szenelokal und man sieht dort eher rauchende, Bier trinkende und zeitungslesende Künstler, als Kaffee schlürfende Touris. Platz gibt es immer, auch wenn es oft anders aussieht und die Tische alle besetzt sind. Es gilt nämlich die Regel, frag höflich und du darfst dich dazusetzen.

Im Café Espresso herrscht auch oft Platzmangel und man fragt sich, wenn man zu fünft an einem 60*40 cm Tisch im Raucherbereich sitzt, wo denn nur diese verdammten Stiegen hinführen und ob da nicht noch viel mehr Platz wäre. Gut, im Espresso bleibt man eh nur auf ein Bier und zieht dann weiter.

Keine Angst vor Voodoopuppen?

Zum Beispiel ins Café Voodoo. Trotz der Neuübernahme ist alles beim Alten geblieben. Und man bekommt immer noch eines der günstigsten Flaschenbiere der Stadt. Allerdings nur bei richtigem Benehmen. Der doppelt geschützte Eingang muss stets nach Betreten des Cafés geschlossen werden. Gespräche des Kellners dürfen nur in äußersten Notfällen – und dazu gehört nicht das bestellen von Bier – gestört werden. Keine musikalischen Wünsche äußern, die abseits der 60er und 70er Jahre liegen. Hält man sich an diese Grundregeln, kann man viel Spaß im Café Voodoo haben.

Wenn das Wetter passt und die Gastgärten vom Café Frame und vom Restaurant Hacienda Ephemer verschmelzen, dann ergibt das ein einzigartiges Erlebnis. Aber auch sonst hat das Café Frame seinen Reiz. Als eines, der wenigen Ausgehgelegenheiten im 20. Bezirk findet man dort eine gute Mischung aus allem, was das Herz begehrt. Auflegerei wechselt mit Livemusik, Kunst mit trashiger Deko und kleine Gerichte wie Chili sorgen als Grundlage für das eigentliche Besäufnis – das funktioniert dort – durch das gut sortierte Angebot an Drinks – auch hervorragend.

Café am Arsch der Welt und bedauerliche Schließungen

 

Das Café Stadtbahn ist der Grund, warum Leute, die glauben Wien befinde sich nur innerhalb des Gürtels, überhaupt wissen, dass es einen 18. Bezirk gibt. Für diese Legende unter den Wiener Speluken nimmt man den weiten Weg schon mal auf sich, höchstens man wohnt dort – dann ist es eh die einzige und richitge Option. Das Stadtbahn wird nicht müde, musikalisches und literarisches Programm anzubieten, auch wenn es das „marketingtechnisch“ gar nicht nötig hätte.

Hier ist nun vielleicht auch der richtige Platz, sich von zwei der besten Sauf-Cafés zu verabschieden: Rest in peace, Café Rundfunk. Alles, was in dir passiert ist, möge bitte unbedingt dort bleiben. Und auch du, bestes „Kaffee Urania“, liebenswert-gemeiner Hubert Horky! Wir werden euch vermissen.

Zu Teil eins mit Anzengruber, Anno, Concerto und vielen anderen geht es hier. Das Bendl bekommt seine eigene Würdigung – bald.

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