“Logan” – Blutiges Finale für Wolverine

Seriöses Drama trifft auf Comic-Action: “Logan” leistet Pionierarbeit und verschafft Hugh Jackman einen würdigen, äußerst brutalen Abschied als Wolverine.

Aus rechtlichen Gründen werden Artikel aus unserem Archiv zum Teil ohne Bilder angezeigt.
© 2017 Twentieth Century Fox

Unentwegt hustet Logan aka Wolverine, während er sich durch die ausgedörrte Steppenlandschaft der mexikanischen Grenzstaaten kämpft. Das ehemals unkaputtbare X-Men-Aushängeschild hat eine tödliche Hollywood-Krankheit, die ihm zwar genug Kraft zum Metzeln lässt, ihn aber auch jederzeit ausknipsen könnte. Die Verwundbarkeit des Unverwundbaren war schon im letzten Wolverine-Streifen (2013) ein zentrales Thema. Was Regisseur James Mangold und Hauptdarsteller Hugh Jackman damals vergeigten, machen sie nun wieder gut. „Logan“ ist ein mitreißendes Drama über den letzten Ritt eines abgewrackten Helden – und mit Sicherheit nicht nur für Comic-Movie-Fans absolut sehenswert.

In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der Mutanten praktisch ausgestorben sind, kümmert sich Logan um den dementen Charles Xavier (Patrick Stewart). In einem wachen Moment stöbert der Professor die junge Laura (Dafne Keen) auf, die sich als Wolverines Klon herausstellt. Der Wissenschaftler, dem sie entkommen ist, hat eine Söldnertruppe auf sie angesetzt. Auf Xaviers Drängen hin nimmt Logan das Mädel unter seine Fittiche. Zu dritt wollen sie nach Kanada entkommen.

Hätten die Schurken keine Metallarme und würden den Helden keine Adamantiumklauen zwischen den Handknöcheln hervorschießen, könnte man „Logan“ seine Marvel-Vorlage nur schwer ansehen. Lange hat man in Hollywood an einem umsatzstarken Mix aus seriösem Drama und Comic-Flick gebraut; das Finale der Wolverine-Reihe ist ein erster Erfolg. An manchen Stellen hapert’s noch – der dritte Akt verkümmert ein wenig, das angestrebte Jugendverbot mündet in manch unnötigem Kunstblutvergießen (Warum nur ein abgetrennter Kopf, wenn man auch zwei haben kann?). Ansonsten ist „Logan“ ein echter Hingucker geworden, der mit etwas Glück einen neuen Trend in der Comic-Movie-Branche startet. Hugh Jackman will diesen nur als Zuschauer erleben. Nach einem derart gelungenen Abgesang wäre es auch fast schade, ließe er sich von Ryan Reynolds zu einem Crossover zwischen Wolverine und Deadpool überreden. Aber eben nur fast …

„Logan“ startet am 2. März 2017 in den österreichischen Kinos. Unter anderem sind Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Stephen Merchant und Boyd Holbrook in der Comic-Verfilmung zu sehen.

Newsletter abonnieren

Abonniere unseren Newsletter und erhalte alle zwei Wochen eine Zusammenfassung der neuesten Artikel, Ankündigungen, Gewinnspiele und vieles mehr ...