Lukas Marxt zeigt „Circular Inscription“ auf der Viennale

Auf der diesjährigen Viennale ist Lukas Marxt – gemeinsam mit Anna Vasof – eines der zwei Gesichter des jungen österreichischen Films. Der Experimentalfilmer und Bildende Künstler ist am 30. und 31. Oktober mit dem Kurzfilm „Circular Inscription“ im Programm vertreten. Wir haben dem Viennale-Debütanten in unserer neuen Reihe Cinema Next 6 Fragen gestellt.

Lukas Marxt ist im heimischen Film kein Unbekannter. Seit rund zehn Jahren fällt der gebürtige Grazer, der an der Kunstuniversität Linz und der Kunsthochschule für Medien Köln studierte, vor allem mit einzigartigen Landschaftsstudien auf. 2014 erhielt er auf der Diagonale in Graz für seinen Film „High Tide“ den Preis für Innovatives Kino, ein Jahr später gestaltete er den Festivaltrailer. „Circular Inscription“ ist seine erste Arbeit, die auf der Viennale zu sehen ist. Sie läuft am 30. (Stadtkino im Künstlerhaus) und 31. (Metro Kino) Oktober im Kurzfilm-Sammelprogramm „Shades of Light„.

Reign of Silence, full length from Lukas Marxt on Vimeo.

Du hast schon sehr viele sehr gute Filme gemacht, bspw. „Reign of Silence“. Warum ist „Circular Inscription“ deine erste Arbeit, die auf der Viennale zu sehen ist, und was bedeutet dir das?

Vielen Dank. Das freut mich natürlich sehr zu hören, dass ihr das so seht.

Was mir das bedeutet? Ja, eine gute Frage. Warum läuft ein Film irgendwo, oder warum eben nicht? Eine Frage, die ich mir irgendwann aufgehört habe zu stellen. So wird man nur mehr positiv überrascht. Was ich ja tatsächlich dann auch war, als ich die Einladung zur Viennale bekommen habe, da ich nicht damit gerechnet habe, vor 2022 dort mit einer Arbeit vertreten zu sein.

Würdest du dich als Land-Art-Künstler bezeichnen?

Nein. Ich halte nicht so viel von der Unterteilung in verschiedene Kunstsparten und Künstlerriegen. Ich beschäftige mich jedoch mit ähnlichen Themen wie die Land-Art oder bewege mich zumindest in ähnlichen Settings.

Still aus „Reign of Silence“ © Lukas Marxt


Deine bisherigen Drehorte reichen von– der Vulkaninsel Lanzarote, über die Fjorde der Arktis bis zur Uranmine im australischen Northern Territory. Was fasziniert dich an Landschaften, oder: Was hast du eigentlich gegen Städte?

Gegen Städte habe ich eigentlich gar nichts. Je größer, desto besser. Wahrscheinlich bin ich nur noch nicht bereit, mich ganz in sie vorzuwagen. Doch gibt es schon erste Annäherungen, z.B. mit „Black Rain White Scars“ (2015), „Cape Ground“ (2016) und „Victoria (Arbeitstitel)“ (2017).

Was mich fasziniert, ist das Größenverhältnis zwischen Natur und Mensch, die Unscheinbarkeit, Zerbrechlichkeit und der Mut des Menschen in der Natur.

An welchem Ort der Welt würdest du gerne mal drehen und warum?

Also, wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich sehr gerne einmal zuhause drehen. Bislang hatte ich einfach noch keine Idee, die sich in meiner näheren Umgebung umsetzen lässt. Der Vorteil, in seiner nahen Umgebung zu arbeiten, ist, dass man nicht mehr der zeitlichen Begrenztheit einer Reise oder eines Drehortes ausgesetzt ist. Aber das wird schon noch werden.

Still aus „Circular Inscription“ © Lukas Marxt

Deine Arbeiten werden auch im Ausstellungskontext gezeigt. Im Gegensatz zu Installationen weißt du bei Kurzfilmprogrammen selten, wie der Film eingesetzt und mit welchen anderen Filmen er gezeigt wird. Verunsichert dich das?

Nein, gar nicht. Bei Gruppenausstellungen kommt es zwangsläufig auch immer zu einer Kommunikation mit Arbeiten neben, hinter oder über der eigenen Arbeit, was sich oftmals als bereichernd für beide Arbeiten erweisen kann. Auch bei Kurzfilmblocks ergeben sich natürlich spannenden Symbiosen und auch mal ganz lustige, entfremdende Zusammenwürfelungen von Filmen, wo am Ende nur mehr … der Griff zum Glas hilft. Prost.

Es gibt ja auch Träume abseits des Kinos. Ganz ehrlich: Jemals beruflich an einen Plan B gedacht?

Ja klar. Wenn ich mal wieder einen Durchhänger habe (Wurzel Angst), überlege ich, was ich denn ansonsten machen könnte. Aber bis jetzt ist mir noch keine wirklich gute Alternative eingefallen. Das heißt, ich werde wohl noch etwas weiter mit dem Bewegtbild arbeiten (Zweig Hoffnung).

 

Mehr über Lukas Marxt könnt ihr im Cinema Next Portrait „Talents to Watch“ lesen. Eine Reihe in Kooperation mit Cinema Next – Junges Kino aus Österreich www.cinemanext.at

Bild(er) © Diagonale/Alexi Pelikanos
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