POP – Geschichte eines Konzepts 1955-2009

POP! Bei so einem Titel ist man versucht, den Untertitel zu überlesen. Es geht in diesem fast 500 Seiten dicken Buch nämlich um den sich laufend verändernden Diskurs rund um Pop.

Dem Autor, Dr.phil.habil. Thomas Hecken, geht es dabei um kein eigenes Programm, sondern er zeigt, wie schon bei Baudelaire und Oscar Wilde über den Reiz der Oberfläche und der Maßlosigkeit von Luxus und Dekadenz gestritten wurde. Wie im Kontext von Galerien der Begriff Pop geboren wurde und an ihn im Laufe der Zeit unterschiedlichste Wünsche und Begehrlichkeiten herangetragen wurden. Bei einer breiten Auflistung einzelner Popkonzepte belässt es der Autor dann aber doch nicht. Die Bilanz aus über 50 Jahren Pop: Die These von Pop als Subversion muss als gescheitert angesehen werden. Nonkonformismus ist nur ein weiterer Baustein im Kampf um Distinktion. Bei gleichzeitiger Entsolidarisierung hat Pop zumindest auf individueller Ebene dazu geführt, dass das Recht auf Intimität und Selbstdarstellung unbestritten ist. Und während die Pop-Produkte selbst bunt, glossy und glamourös sein wollen, sind die Diskurse über Pop häufig akademisch und papieren. Das trifft hier doppelt zu.

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