Köchin für einen Sommer

Peggy Guggenheim nahm als Kunst-Mäzenatin und Sammlerin eine weltweit führende Position ein.

Alles schon über ein halbes Jahrhundert her, beim Besuch des Guggenheim-Palazzos in Venedig wurde die englische Autorin Bethan Roberts auf eher unscheinbare, kindliche Bilder aufmerksam, die aus der Hand Peggys Tochter Pegeen Vail stammen. Sie entstanden in den 30er Jahren, in dieser Zeit lebten Tochter und Mutter in einem Landhaus in Sussex. Für Bethan Roberts war das genug Herausforderung, um einen Roman aus der Sicht einer Köchin zu schreiben, die das Cottage von Peggy Guggenheim einen Sommer lang in Schuss hielt. „Köchin für einen Sommer“ ist ein Werk, das sich über den Umweg Peggy Guggenheim mit der traditionellen britischen Klassengesellschaft auseinandersetzt. Anderswo wäre dieses Unterfangen wahrscheinlich zu einem Klassenkampf-Roman ausgeartet, aber nicht im England der Vorkriegszeit. So sehr die Prüderie des Viktorianischen Zeitalters noch spürbar ist, so wenig kann man mit neuen, kontinentalen Gesellschaftsmodellen etwas anfangen. Dem gegenüber lebt die fortschrittliche Amerikanerin Peggy ein schillerndes Leben. Dies sorgt in der südenglischen Grafschaft natürlich für Reibungsfläche, zum andern lädt der Roman auch zum Schmunzeln ein. Würde Jane Austen noch leben, sie hätte eine Freude damit.

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