Wien ich pisse

WIEN ich PISSE auf VIP, Gästeliste und Backstage. Ob der Name VIE i PEE Unfall oder Absicht ist, wissen wir nicht. Wien hat seit heute jedenfalls einen Hip-Hop Club.

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Shimmy Shimmy Ya. Wien hat einen neuen Club, den ersten wirklichen Hip-Hop Tempel. Klar gibt es den Voga und die Box, aber das ist dort eher punktuell. Martin Ho, Sushikönig und Chef des Dots, traut sich jetzt richtig drüber. Wo vor einer Woche noch Betonmischer standen soll heute Abend der Panda mit dem Arsch wackeln.

Mit dem VIE i PEE teilen wir also nicht nur die Vorliebe für Pandas, sondern auch für guten Hip-Hop. Es eine 4 Tage Woche hauptsächlich mit Eigenveranstaltungen. Platz für 500 Leute soll es geben, im Sommer zusätzlich noch einen Garten. Im Interview verriet uns Martin Ho: Es gibt einen Geheimgang direkt zur Pratersauna, der bei gemeinsamen Events geöffnet ist. Man scheint sich also gut zu verstehen. Buschenschank, Art-Space, Garten klingt alles ziemlich ambitioniert. Wie beim Dots 21 setzte man auch hier auf ein aufstrebendes Stadtviertel mit Club inklusive Garten. Der Platz ist sicherlich gut gewählt, das Viertel ist partyapproved, liegt ironischerweise in einem Ruhegebiet, hier regt sich aber fast niemand auf, wenn man es sich nicht mit den paar Playern vor Ort verscherzt.

Bei der Kombination von Hip-Hop Soul und R&B stoßt es einem zuerst einmal auf. Gibt es das nicht schon? Müssen wir da Caipirinha trinken und darf man nur mit hochhakigen Schuhen rein? Vielleicht sind wir auch nur von Radiowerbungen und Flyern aus den 90ern geschädigt. Hip-Hop lebt vom Zusammenspiel zwischen DJ und MC, und nicht von Schirmkappen hinter Traktor Konsolen.

Wir hoffen, dass es hier real gekeept wird. Und haben das abgefragt. Großspurige Ankündigungen folgen, aber das gehört wohl dazu, wenn man eine neue Partyhütte im Prater feiert.

Interview mit Martin Ho über Sponsoring, Booking und extrovertierte Pandas.

Hi Martin, was ist deine Aufgabe bei VIE i PEE?

Martin Ho: Ich passe auf Panda James auf und schaue, dass er sich gut um unsere Gäste im VIE i PEE kümmert. Außerdem schaffe ich ein Zuhause für die Hip Hop-Pendler, für die es bisher zwar viele Veranstaltungen, aber keine Location gab.

Welche Formate bietet ihr an? Wird es Fremdveranstaltungen geben? Wie sieht’s mit Live Gigs aus?

Das VIE i PEE wird keine Acts ankündigen. Wenn Snoop Dogg bei uns auftritt, werden es die Gäste erst merken, wenn sie drinnen sind. Wir starten die Woche am Mittwoch mit dem „Mixwoch“, setzen am Donnerstag mit „Hug Club“ fort, machen am Freitag „Total Chaos“ und feiern am Samstag den „Mikki Maus Klub“. Den Freitag und Samstag programmieren wir gemeinsam mit Paul Blaze.

Was steckt hinter VIE i PEE? Hat das was mit gelbem Schnee zu tun?

Ganz wichtig: „Don’t eat yellow Snow“!

Wie versteht Ihr euch mit der Pratersauna? Immerhin hat die Werk/Forelle Freundschaft gezeigt das durchaus 2 Clubs Seite an Seite existieren können.

Wir haben schon auf gute Nachbarschaft angestoßen. Die Pratersauna setzt auf elektronische Musik und ist damit die ideale Symbiose in einem aufstrebenden Stadtviertel neben dem WU Campus, dem Viertel Zwei und der Messe Wien. Ganz nach dem Eurovision Songcontest-Motto „Building Bridges“ haben wir sogar einen Durchgang gebaut, mit dem unsere Gäste bei ausgesuchten Events zwischen beiden Clubs switchen können.

Buschenschank, Artspace und Hip-Hop klingt sehr ambitioniert aber passt das wirklich alles zusammen?

Wien und experimentelles Sushi hat vor zehn Jahren auch sehr ambitioniert geklungen. War es auch. Wir haben zehn Jahre unternehmerische Erfahrung in der Dots Group gesammelt, um uns über das Projekt zu trauen. Das machen wir jetzt mit voller Überzeugung und sind begeistert von der Idee, dass sich Hip Hop und eine Buschenschank ideal ergänzen. Die Kunst ist ein Muss: Keine andere Musikrichtung hat die zeitgenössische Kunst der letzten 30 Jahre so maßgeblich beeinflusst wie der Hip Hop.

Wie geht’s eigentlich dem DOTS 21?

Mit dem Dots Twentyone haben wir eine ähnliche Strategie verfolgt wie jetzt mit dem VIE i PEE: Wir besetzen einen aufstrebenden, urbanen und hippen Stadtteil zu Beginn seiner Entwicklung. Mit der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs und dem Erste Bank Campus geht das Konzept gerade wunderbar auf. Im Sommer bieten wir hier wieder die sicherlich coolste Location mitten in der Stadt!

Wie wollt ihr euch von anderen Clubs abheben? Mittlerweile gibt’s ja doch ein paar. Und am WU Publikum hat sich ja auch schon die Pratersauna die Zähne ausgebissen.

Bei uns ist jeder willkommen. Die Clubszene steckt in Wien noch immer in den Kinderschuhen, wenn wir uns mit anderen Städten vergleichen. Eine funktionierende Clubszene lebt von der Vielfalt und dazu leisten wir einen Beitrag mit einer klaren Ausrichtung auf Hip Hop. Wir grenzen auch ganz sicher niemand aus: Die Studenten von der WU sind uns genau so willkommen wie die Leute, die im Viertel Zwei arbeiten, und coole Künstler, Kreative und Querdenker. In das VIE i PEE kommen die Leute wegen der Musik und die verbindet ja bekanntlich.

Lass uns über $$$ reden. Wie stehst du zu Sponsoring? Was kostet ein kleines Bier?

Bei der Preisgestaltung haben wir uns an der Pratersauna orientiert: Mit dem Bier geht es ab 3.90 Euro los. Den Eintritt haben wir mit fünf bis zehn Euro bewusst an der unteren Schwelle eingesetzt, um das VIE i PEE für jeden leistbar zu machen. Im Getränkebereich arbeiten wir mit Partnern wie Kattus zusammen, die uns schon seit zehn Jahren bei allen Projekten der Dots Group begleiten. Was Sponsoring betrifft: Wir verkaufen Alkohol, aber nicht unsere Seele.

Wie viele Leute passen rein und was kannst du zur Anlage sagen?

500 Leute können Indoor bei uns feiern. Der Garten hat 1.400 Quadratmeter und bietet ausreichend Platz, um die warme Jahreszeit ausgiebig zu genießen. Zum Thema Anlage: Einfach mal reinhören und begeistern lassen! Ich war es selber, als ich sie zum ersten Mal im VIE i PEE aufgedreht habe.

Kendrick oder Wu Tang?

Beide! Deswegen haben wir ja vier Tage geöffnet, um jeden Geschmack zu bedienen.

Das VIE I PEE eröffnet heute mit Total Chaos.

Bild(er) © Marco Leimer
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