Ghost Recon Wildlands: Weniger Strategie, mehr Offenheit

Ubisoft verlegt die Strategie-Shooter-Serie „Ghost Recon Wildlands“ in eine offene Spielwelt. Und bis auf die Pointe, dass dies zu einem realen diplomatischen Streit zwischen Bolivien und Frankreich (Ubisoft kommt ursprünglich aus Frankreich) geführt hat, ist es natürlich vollkommen unerheblich, dass ein fiktives Bolivien als Spielplatz dient.

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Und so absurd der Vorwurf von Bolivien ist – so kann man den Machern von „Ghost Recon“, wie bei sovielen anderen Spielen aus dem Tom Clancy-Universum leider umgekehrt nicht nachsagen, dass sie mit ihrer inhaltlichen Thematik irgendwie sorgsam umgehen. „Ghost Recon Wildlands“ schickt eine kleine Truppe von Kämpfern in einen ausufernden Krieg gegen das Santa Blanca-Kartell, von dem das Land kontrolliert wird. Gräueltaten des Kartells werden in erster Linie narrativ genutzt, um das rigorose Vorgehen der „Ghosts“ zu rechtfertigen. Hier bleiben viele Wünsche nach einem anderen Umgang mit Stories und ihrem Inhalt offen.

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Interessanter ist „Wildlands“ spielerisch. Der Strategie-Shooter nimmt große Anleihen bei Ubisoft-Titeln wie der offenen „Far Cry“-Reihe oder auch „Just Cause“ von Square Enix. Es gilt Story-Missionen und jede Menge anderer Aufgaben zu erledigen, Gebiete zu erobern, Transporte zu erledigen – so weit so bekannt. Vergleichweise ungewöhnlich ist dabei der Spagat zwischen dem „Ghost Recon“-typischen eher langsamen, vorsichtig-strategischen Vorgehen und der offenen Spielwelt, die dies nicht nur einfacher macht – denn die Action ist in der offenen Spielwelt einfach schwerer zu kontrollieren. Anders als etwa in „Far Cry“, sind die Wege wie man sich verdeckt etwa einem gegnerischen Outputs nähert, nicht so klar.

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Dafür setzt das Spiel stark auf Mehrspieler- und Koopmodi – und auch hier auf taktisches Abstimmen zwischen einzelnen Spielern. Außerdem gibt es einen Eigenschaften-Baum, mit dem sich die eigenen Fähigkeiten verbessern lassen, eine große Anzahl an Waffen und Fahrzeugen und das Aussehen der eigenen Figur – Frau oder Mann – lässt sich weitgehend anpassen.

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Bestimmend für „Ghiost Recon Wildlands“ bleiben aber das eigentlich bekannte Setting, das durch eine leicht bierernste Umsetzung des Kampfes gegen das Narco-Kartell nicht unbedingt gewinnt und das sanft andere Spielgefühl. Es sorgt für angenehme Anspannung sich durch offenes Gelände zu bewegen und gleichzeitig zu Wissen, dass anders als in andern Titeln, bedachtes Vorgehen vorteilhaft wäre. Leider gibt es auch den klassischen Wunsch, dass man sich nach einiger Zeit bisschen mehr Abwechslung in der Aufgaben wünscht.  Gerade sind mit „Horizon Zero Dawn“ und dem neuen „Zelda: Breath Of The Wild“ großartige und einzigartigere Open-World-Spiele erschienen. Gerade für Shooter-Freunde, ist „Ghost Recon“ aber ein ernstgemeintes und eigentlich attraktives Angebot.

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„Ghost Recon Wildlands“ ist bereits für Xbox One, PS4 und PC erschienen.

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