Ruin Porn in der Alpen-Adria-Region: Verlassene Orte von Kärnten bis Kroatien

Ein leerstehendes Thermalbad, ein ausgestorbenes Dorf und ein ehemaliger Nazi-Treffpunkt. In ihrem Buch „Verfallen & Vergessen“ zeigen Georg Lux und Helmuth Weichselbraun einige Ruinen in Kärnten und anderen Teilen der Alpen-Adria-Region.

© Helmuth Weichselbraun

Wer nach Kärnten kommt, besucht meistens die gleichen Hotspots: ein Bad im Wörthersee, eine Runde Poker im Casino Velden und eine Tour durch Minimundus sind Pflichtprogramm. Für Georg Lux und Helmuth Weichselbraun sind diese Orte aber nicht von Interesse. Denn Tourist spielen und die schönen Sehenswürdigkeiten, die in jedem Reiseführer abgebildet sind, fotografieren kann jeder. Die beiden interessieren sich viel mehr für jene Orte, die zu meist ignoriert werden oder bei denen Touristen oft bewusst wegsehen, also für Ruin Porn, der unter Urban Explorer seit einiger Zeit einen Hype erlebt. Fotografen von Berlin bis Detroit widmen sich lieber verlassenen Friedhöfen und zerstörten Schlössern als schönen Parks und Statuen.  Autor Georg Lux und Fotograf Helmuth Weichselbraun erzählen in ihrem neuen Buch „Verfallen & Vergessen“ von ihrer Tour durch die Alpen-Adria-Region.

Cover Verfallen & Vergessen

Ihr Buch soll auf die fast vergessenen Orte in der Region aufmerksam machen. Auch, um aus ihnen wieder Sightseeing-Hotspots zu machen. Denn oft fehlt den Besitzern nur das nötige Geld für die Aufrechterhaltung. Durch die Hilfe vieler könnten die baufähigen Bäder und Türme saniert und wieder zugänglich gemacht werden, die Gegend wieder aufwerten.

Neben den Lost Places und ihrer Geschichte beschreibt Georg Lux auch einige Wanderwege, auf denen noch mehr Ruinen der Umgebung entdeckt werden können. Über die ehemaligen Touristenströme und Hochzeiten erzählen Zeitzeugen und derzeitige Besitzer.

Hier einige Bilder aus Kärnten, die Eingang in das Buch gefunden haben:

Seit 2014 ist das Thermalbad Bleiberg geschlossen. Für die erforderliche Sanierung fehlt den Besitzern das Geld. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Nachdem der Schrotturm in Klagenfurt nicht mehr für die Produktion von Munition gebraucht wurde, war er bis 1970 ein Sightseeing Hotspot für Touristen, inklusive Café mit Terrasse. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Von dem ehemaligen Café mit Aussicht auf den Wörthersee bleiben heute nur mehr zerstörte Tische übrig. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Der restliche Turm wurde größtenteils beschädigt und besprayt. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Bereits 1934 – vier Jahre vor dem Anschluss Österreichs an Deutschland – malten Nationalsozialisten ein Hakenkreuz auf den Turm der Burg Hochkraig. Das Symbol kann heute nicht mehr übermalt werden, da der gebrannte Kalk nicht überdeckt werden kann. Eine komplette Sanierung ist zu teuer, man überlegt deshalb, Kletterpflanzen am Turm anzusetzen. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Von der ehemaligen Glasproduktionsstätte im nicht mehr existierenden Dorf Tscherniheim in den Geiltaler Alpen bleibt heute nur mehr eine kleine Sammlung an Glas in einem nahegelegenen Museum. (© Helmuth Weichselbraun)

 

Schloss Waldenstein kann von Touristen nur mehr von außen besichtigt werden. Wegen diverser Einbrüche und Diebstähle ist das 1150 erbaute Schloss heute vollständig abgeriegelt. (© Helmuth Weichselbraun)

Nachdem Georg Lux und Helmut Weichselbraun 2013 mit dem Buch „Kärntens geheimnisvolle Unterwelt“ bereits viele Lost Places der Region aufgedeckt haben, zeigen sie in ihrem neuen Buch auch verlassene Gebiete außerhalb der Landesgrenzen, wie einen Bahnhof in Italien, ein ehemaliges Umerziehungslager in Kroatien oder ein stillgelegtes Bergwerk in Slowenien.

„Verfallen & Vergessen“ erscheint am 20. März im Styria Verlag (€ 22,90) und ist hier vorbestellbar.

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