Möstl forever – Wolfgang Möstl droppt als Mile Me Deaf mit »HDD Backup« ein Doppelalbum aus B-Seiten und seltenen Stücken

Wolfgang Möstl mach uns mit Mile Me Deaf den Drake und wirft einfach so 28 neue und alte Songs auf den Markt. Was von wann und wie und woher? Freut euch auf das Ratespiel! Wir hatten Spaß.

© Beate Ponsold

Wolfgang Möstl hat 50 Bands, ist ein Teil der Bühnenentourage von Clara Luzia, komponiert fürs Theater, produziert tausend Releases anderer KünstlerInnen und vor kurzem mistete er selbst – so stellen wir uns das zumindest vor – seine hundert Festplatten aus, die sich auf seinem magischen Dachboden befinden.

Um bei den Zahlen zu bleiben: Heute veröffentlicht er mit seinem (teils erweiterten) Soloprojekt Mile Me Deaf ein Doppelalbum bestehend aus 28 Songs. Ein regelrechtes Opus – mit einem solchen hat ja auch Drake zuletzt für diverse Wows gesorgt. Anders als bei Drizzy ist »HDD Backup« aber keine 50/50-Trennung zwischen zwei Genres, sondern ein Hot Pot aus den bemerkenswerteren unter den vernachlässigten Titeln aller Mile-Me-Deaf-Backups und der jetzigen Desktop-Ordner. Ganz genau deswegen bewegt sich das Doppelalbum auch zwischen den recht weit voneinander entfernten Möstl-Identitäten hin und her.

Mile Me Deaf © Beate Ponsold

Lennon und Kinfolk

Mit »She Is Quite Alright« pullt Möstl seinen John Lennon, mit »Homebound And Secure« seinen Bob Dylan. »Light Ltd.« klingt nach einer jazzy Kollabo mit M83, und »Call Us Rats« gehört zu der Art Musik, die man in Interior-Design-Concept-Stores hört, in denen Kinfolk ausliegt.

Der neue Mile-Me-Deaf-Sampler fordert in Langzeit-Fans das lustige Raten heraus, welcher Titel in welcher MMD-Evolutionsstufe entstanden sein könnte – mit 28 Runden ein durchaus abendfüllendes Quiz. Unsere Tipps: »Exterminate Something« ist ein Relikt aus »Eat Skull«-Zeiten, »Voyage« und »So Gross« haben nicht mehr auf die letzte LP »Alien Age« gepasst.

Manches lässt sich sicherer verorten, zum Beispiel »Uma«, eine alternative Fassung von »Gold Kid« (auf »Holography«, 2014). Neben all dem investigativen Spaß, den man beim Hören hat, bleibt aber ein bisschen zurück, dass das Album tatsächlich auch Unerwartetes präsentiert. Nämlich in »Dive Down« (der beste Song dieser Zusammenstellung), »Legendario Gruppo« und »Voyage«, die sehr nach 2018 klingen. Mehr davon und weniger Liebhaberstücke der letzten Epochen hätten dem Sammelalbum wohl etwas zusätzliche Energie verliehen. Either way: Wir lieben den Wolfgang. Den vom ersten Backup und den aus der aktuellsten Datei.

Mile Me Deaf »HDD Backup« © Siluh Records

»HDD Backup« von Mile Me Deaf ist am 25. Oktober 2018 bei Siluh Records erschienen.

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