Wie wird man eigentlich …? – Zehn Wege in die Kulturindustrie

Viele Wege führen nach Rom – und ebenso viele in die Kulturbranche. The Gap bat zehn Menschen zum Gespräch über ihren beruflichen Werdegang.

© Universalmuseum Joanneum / J. J. Kucek, Apollonia T. Bitzan, Frames Network, Caroline Stark, Bettina Frenzel, Cristina Struber, Zoe Opratko, Wolfgang Descho, Tina Teufel (Installation: Christiane Peschek, Vienna Contemporary 2023), Sisters of Music
Astrid Heubrandtner (Foto: Bettina Frenzel)

Astrid Heubrandtner

Kamerafrau und Regisseurin

Mit Bildern Geschichten zu erzählen und das Nicht-Sichtbare sichtbar zu machen, das gefällt Astrid Heubrandtner besonders an ihrem Beruf. Sie besuchte das Kolleg für Fotografie, lebte ein Jahr in Paris und absolvierte im Anschluss die Studien der Bildtechnik und Kamera sowie Produktion an der Filmakademie Wien. Während ihres Studiums war sie bereits als Beleuchterin, Kamera­assistentin sowie Schwenkerin tätig und seit 1998 war sie an ca. 35 Spiel- und Dokumentar­filmen beteiligt. Darüber hinaus ist sie Dozentin, Fach­expertin sowie Mitglied bei diversen Organisationen.

»Prinzipiell ist kein Studium nötig«, so Heubrandtner, dennoch erkenne sie Vorteile eines solchen für ihren Beruf: Man lerne auf hohem Niveau und treffe auf film­affine Menschen. Für den Job brauche man viele Skills: soziale Kompetenz, Führungs­qualitäten, Stress­resistenz und ein Verständnis für Dramaturgie; auch Kreativität, Intuition und gutes Zuhören.

Die Beschäftigung mit Kunst und Kunst­geschichte ist für Heubrandtner wichtig, um visuelle Codes, Bildsprache und Farb­dramaturgie zu verstehen sowie ein Gefühl für Ästhetik und einen persönlichen Stil zu entwickeln. In der Kamera­führung helfe zudem ein ausgeprägtes Rhythmus­gefühl und ein gewisses Maß an Sportlich­keit. Ihre Tipps für den Einstieg: sich an an Film­hoch­schulen bewerben und gleich­zeitig am Set Erfahrungen sammeln, sich mit Gleich­gesinnten zusammen­schließen und Filme drehen – und viele Filme anschauen sowie sich von anderen Kunst­sparten inspirieren lassen.


Matthias Katkowski (Foto: Frames Network)

Matthias Katkowski

Creative Director

»Mit 18 Jahren, in einer Phase des jugend­lichen Übermuts, habe ich ein Gramm Marihuana gegen eine schlichte Consumer-Kamera ein­getauscht. Ein Deal, der weit entfernt von Konventionen war und unerwartet den Grundstein für meine Karriere in der Medien­welt legte«, so Matthias Katkowski. Ursprünglich wollte er sich so für ein Festival akkreditieren, bald begann er, Musik­videos zu produzieren und sich ein Netzwerk auf­zubauen. Mittler­weile ist er Creative Director bei Frames Network, einer auf Film­produktion spezialisierten Agentur.

Über sein Studium »Film und Animation« am SAE Institute Wien sagt er: »Es hat meine Skills in Rekord­zeit aufs nächste Level katapultiert, weil ich mitten in einem kreativen Biotop gelandet bin, das permanent im Film­fieber vibrierte. Wir waren ein ein­geschworener Haufen, der sich bei jedem Projekt gegen­seitig ge­pusht hat.«

Das eigene Handwerk grundsätzlich zu verstehen, flexibel und neugierig zu bleiben sowie der Austausch mit Gleich­gesinnten seien weiters wichtig, so Katkowski. »Umgib dich mit Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie du. Schließe Allianzen, und wenn du am Anfang niemanden findest, mit dem du zusammen­arbeiten kannst, dann schaffe deine Projekte selbst.« An seinem Job liebe er letztendlich alles: »Ehrlich gesagt, gibt es an meiner Arbeit nichts, das mir nicht gefällt. Mein gesamtes kreatives Schaffen fühlt sich wie Freizeit an. Mein berufliches und privates Leben sind eng miteinander verwoben.«

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