Garish haben keine Angst vorm schwarzen Kater

Garishs neues Album feiert das 20-jährige Bandbestehen mit stoischer Kampfhaltung und keiner Scheu vor dem Sujet Unglück.

© Andreas Jakwerth

Behauptung: Kreuzt ein schwarzer Kater deinen Weg, so steht das selbst im glorreichen Cat-Content-Zeitalter für nichts Gutes. Das Pechsymbol ist für das neue Garish-Album nicht nur titelgebend, sondern hat es auch aufs Cover geschafft. Dass man sich für den unglückseligen Samtpfoter in der Gemäldeversion entschieden hat, dafür gibt es wohl Gründe, die über Sänger Thomas Jarmers angebliche Katzenallergie hinausgehen. Leicht auslegbare Botschaften? Es wären nicht Garish. Die Spurensuche gehört bei den Sympathieträgern des österreichischen Indie-Pop immer wieder aufs Neue dazu.

Garish © Andreas Jakwerth

Die Band mit Basis Burgenland, die durch den Ausstieg von Christoph Jarmer zum Quartett geschrumpft ist, steht mit »Komm schwarzer Kater« gleichzeitig vor einem Neuanfang und dem 20-jährigen Jubiläum. Die erste Singleauskoppelung »Unter Strom« lässt bereits vermuten, dass das mittlerweile siebte Studioalbum im Vergleich zu den Vorgängern »Wenn dir das meine Liebe nicht beweist« und »Trumpf« im Duktus deutlich langsamer geworden ist.

Mit dem Unglück spazieren gehen

»Komm, komm, komm mit mir mit / Komm, komm, komm, halten wir Schritt« – im Gegensatz zum leicht fließenden »Unter Strom« prescht »Pandoras Box & ein Getränk« richtig nach vorne. Es erinnert an Bronski Beats »Smalltown Boy« – wenn man so will in einer norddeutschen Version, mit einem Mix aus Synthie- und Akkordeonklängen. Ansonsten klingt Jarmer auf »Komm schwarzer Kater« gewohnt sanft und dabei auch immer eindringlich. Mit Songs wie »Den Göttern egal« oder »Matador« führen uns Garish in ihre typisch besonnenen und lyrisch-fantasievollen Welten, aber nicht unbedingt wieder heraus. Wege kennen viele Interpretationen. Lyrics auch.

Garish »Komm schwarzer Kater« © Ink Music

»Komm schwarzer Kater« ist ein albumgewordener Aufruf zur Vorwärtsgewandtheit, ein Mitnehmen des Unguten, der Akzeptanz der Angst vor dem Unkontrollierbaren – aus einer stoischen Kampfhaltung heraus. Sich der Panik ergeben, die derzeit auf der Welt im innen wie im außen zu kursieren scheint, kommt für Garish nicht in Frage. Sie zu ignorieren aber eben auch nicht.

»Komm schwarzer Kater« von Garish erscheint am 3. Februar 2017 bei Ink Music. Die Band ist präsentiert das Album auf einer umfangreichen Tour mit folgenden Österreichstopps: 3. März, St. Pölten, Freiraum — 4. März, Oslip Cselley Mühle — 9. März, Linz, Posthof — 10. März, Innsbruck, Weekender — 11. März, Villach, Kulturkeller — 16. März, Graz, PPC — 17. März, Salzburg, ARGE — 18. März, Dornbirn, Spielboden — 24. März, Wien, Arena.

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