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Stefan Niederwieser

Stefan Niederwieser

Stefan Niederwieser ist Verstärker und Katalysator für lokale Musik und Kulturschaffende. Popkultur als Spiegel, Beschleuniger und Sublimierer mit
Musik & Club

Lo

Wenn auch etwas sperrig, passt der Projektname durchaus zur Musik. Dreizehn lächelnde Buddhas hätten wohl ihre glücksbeduselte Freude an diesem Album. Hier werden sanfte Drones und schwelgerische Synth-Flächen mit jähem Lärm und kleinen Beatgewittern konfrontiert. Weder hässlich noch schön, sondern etwas jenseits der beiden – das kommt zumindest meiner beschränkten Vorstellung von Zen-Buddhismus nahe. Die […]

Musik & Club

Set.Jet

Das Duo Merker.TV aus Linz lassen auf ihrem Debüt eine stattliche Anzahl dichter Beats auf ihr Publikum los. Die Band legt seine eng geführten Loops in Nachbarschaft zum bereits verblassten Discopunk an, doch sie interessiert sich wenig für dessen Spitzen und schrillen Sound, sondern erweitert stattdessen vor allem die unteren Stockwerke. Die Bässe pumpen wie […]

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Main Source

Large Pro war früher, fast schon in einem anderen Leben, bei den Conscious-Rappern von Main Source mit flinker Zunge dabei. Er gilt als der Entdecker von Nas und zeitweise als einer der besten HipHop-Produzenten auf diesem schönen Planeten (Eric B. & Rakim, Busta Rhymes etc.). Seit 1991 hat sich allerdings nichts Bahnbrechendes mehr an seinem […]

Musik & Club

Fun DMC

Large Pro war früher, fast schon in einem anderen Leben, bei den Conscious-Rappern von Main Source mit flinker Zunge dabei. Er gilt als der Entdecker von Nas und zeitweise als einer der besten HipHop-Produzenten auf diesem schönen Planeten (Eric B. & Rakim, Busta Rhymes etc.). Seit 1991 hat sich allerdings nichts Bahnbrechendes mehr an seinem […]

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The Rapture-Tapes

Man braucht ja nicht erst die neue Spex („Platte der Ausgabe“), um zu erkennen, dass man hier einen Koh-I-Noor aus all dem Mixtape-Geröll gesiebt hat. Jeder Wurstverkäufer hat heute seinen Mix auf einem Server stehen, im DJ-Bereich sind Mixe die topaktuell zu haltende Visitenkarte. Mixtapes leiden deshalb wahlweise an zu viel stilistischer Ambition, zu viel […]

Musik & Club

Flexistik

El Gonzo mischt auf „Flexistik“ elf Tracks von zumeist Wiener Techno-Produzenten. Eine solide unterhaltsame Stunde lang macht er wieder einmal schmerzlich bewusst, wie sehr die lokale Minimal-Szene am internationalen Parkett nicht existiert. Partys schmeißen funktioniert ja tadellos und fast schon inflationär. Die Tracks dieses Silberlings sind immer wieder ansehnlich entworfen und geschliffen. Aber wo bitte […]

Musik & Club

Photographs

Viele Bands bekommen keinen so homogenen Sound wie die auf „Photographs“ versammelten neun Remixer hin. Allesamt kommen sie aus dem Raum Chicago, wie auch das Quartett Colorlist, das für das Ausgangsmaterial verantwortlich ist. Neben anderen Großstädten und ausgesuchten Kommunen-Kaffs in Nordamerika ist Chicago von der Musik-Landkarte im letzten Jahrzehnt tendenziell verschwunden (HipHop ausgenommen). Doch der Jazz war immer schon stark in diesem Padawan. Hier ist Jazz mit der Zeit gegangen – nachzuhören bei diesen teils exzellenten Neuinterpretationen. Durch die Rekonstruktion im Rechner um Loops herum tendieren einige Remixe zum Ambient hin. Insgesamt ist „Photographs“ jedoch eine überzeugende Heranführung ans Jetzt geworden.

Musik & Club

Famous When Dead 6

Ja muss es denn erst zu MP3 – Download – Verbrennungs – Happenings kommen? Und zu aufgebrachten Mobs, die vor den Clubs „Minimal Sucks!“ skandieren, damit sich in unseren Breiten die Produktionsstile wieder zu einem bunten Regenbogen auffächern? Gut, Playhouse hat jahrelang selbst für diesen top-reduzierten Sound gerackert – hat sich sein Recht darauf ersessen. […]

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Amplified Presents Dirty Soul Electric

Im Londoner Club Amplified wagt man schon seit mehreren Jahren, eigenhändig eine Alternative Soul-Szene auf die Beine zu stellen. Alles was zwischen Broken Beats und R’n‘B nicht nach planmäßigem Kommerz riecht, kommt dort auf die Plattenteller. Die Atmosphäre vor Ort dürfte überaus herzlich und unverkrampft sein. Auf BBE beginnt die dreiteilige Reise durch die Amplified-Soundpalette […]

Musik & Club

Sol-Angel and the Hadley St. Dreams

Hier in der Redaktion haben es spät aber doch selbst die Mäuse im Keller kapiert: die gute Solange hat eines der R’n‘B-Alben des Jahres gemacht. Fast kein schlechter Song ist drauf. Vor allem in der zweiten Hälfte gehen die meisten Minen hoch. Wer geglaubt hat, dass die emphatische Geradlinigkeit einer Sade mit modernem Studiokram nicht […]

Musik & Club

A Hundred Million Suns

Erstens sind Snow Patrol nicht so schlimm wie ihr Ruf und zweitens ist ihr fünftes Album nicht so schlimm wie die Single „Take Back The City“. Damit versucht man derzeit das Image der Band in Richtung moderner, gut gelaunter Loverboys aufzubessern. Dabei waren Snow Patrol doch immer die Jungs fürs Intime – für die tragische […]

Musik & Club

Soul

Das Beste an diesem Album ist das Artwork. Die atmosphärisch inszenierte Gesichtsknautschzone von Seal bereitet die Hörer auf deftige Gefühle vor. „Soul“ – elf Coverversionen von übergroßen Soul-Hits – beginnt auch sehr vielversprechend. Doch schon Ann Peebles’ „I Can’t Stand The Rain“ gerät zu einer kleinen, schlüpfrigen Disconummer. Und im Lauf des Albums erweist sich […]

Musik & Club

Saint Dymphna

“Saint Dymphna“ ist eine musikalische Reise ins Herz der Finsternis, ein tönendes „Apokalypse Now“ für den War On Terror. Eine solche Interpretation des fünften Albums des Trios aus Brooklyn mag überraschen. Wo doch fast alle Kritiken von der neuen Eingängigkeit und den Dancefloors reden, auf denen Gang Gang Dance demnächst zu hören sein sollen. Blödsinn. […]

Musik & Club

Nachtigall

Telekommander meets Traumschmiere meets K.I.Z meets Modeselektor. Frittenbude bringt die apokalyptische Disko mit diskursiv eingefärbten Slogans zusammen. Ein Mittelfinger streckt sich über das Debütalbum des bayrischen Trios. Man gibt sich ausgesprochen überheblich und freut sich diebisch, dass man die Verständlichkeits-Spirale immer schon ein paar Umdrehungen weiter nach unten gerast ist. Was das ist? Keine Ahnung, […]

Musik & Club

Echokrank

Brezel Göring und Dreschflegel Hotleg graben sich als Echokrank musikalisch durch alten Unterhaltungsschrott. Sie spucken kurze, zornige Songbruchstücke aus – Electro-Psychobilly wie ein nervöser Muskeltremor. Doch die rappelige 8-Bit-Ästhetik, wie auch der aufsässige Gestus sind verstaubt. Es fehlen die wirklich verstörenden, nicht die nervenden Momente. Wollen Echokrank mehr als sich spielerisch austoben? Man bleibt etwas […]

Musik & Club

The Week That Was

The Week That Was kommen aus der überaus pulsierenden Szene des englischen Sunderland (Maximo Park, Futureheads). Peter Brewis (auch Songschreiber bei Field Music) hat sich von literartischen Quellen inspirieren lassen, um diesen Findling des Baroque Pop zu schreiben. Wenn in jedem Song die Kraft von den diamantenen Songs „Airport Line“ und „Scratch The Surface“ stecken […]

Musik & Club

The Way I See It

Es gibt originellere Dinge, als Raphael Saadiq den Fans von Duffy, Jamie Lidell oder der Drogen-Lady mit den langen Wimpern zu empfehlen. Sparen wir uns die Vergleiche rund um die künstlerische Notwendigkeit einer Retro-Musik. Seien es nun die geraden Geschichten, das scheinbare Fehlen von Zynismus, die Soundvorteile im MP3-Format – Soul spricht etwas an, das […]

Musik & Club

Underground Needs Your Money Baby

Eine DVD mit verwackelten Tour-Bildern, eine Audio-Video-Performance, drei Musikvideos und obendrauf eine CD mit einem Live-Mitschnitt – das klingt als Speiseplan zwar üppig, aber wahrlich nicht überragend. Scratch Massive gehören allerdings zu den unterschätzteren Techno-Duos Frankreichs. Ihre Tracks können ganz unterschiedliche Clubgänger ins Schwitzen bringen. Da wackelt technologische Unterkühltheit Seite an Seite mit minimalen Soundkreiseln […]

Musik & Club

Raw Footage

Klar ist Ice Cube nicht mehr der „Original Gangsta“ seiner epochalen Anfangstage bei N.W.A.,aber er trägt auf seinem achten Soloalbum gerade so viel Wut vor sich her, wie man einem etablierten Hollywood-Schauspieler noch abkaufen kann. Auf einigen Tracks serviert Ice Cube messerscharfe Doppelbödigkeiten wie in besten Tagen, seine Zunge säbelt in sieben Himmelrichtungen gleichzeitig. Seine […]