Die bunten 3D-Buttons des Burgtheaters, das Neongrün und -pink des Volkstheaters, Teata statt Tag: äußere Zeichen eines inneren Wandels. Doch was steckt hinter der Fassade? Wie tiefgreifend kann sich ein Intendanzwechsel auswirken?
Kategorie: Theater & Tanz
»Das zeitgemäße Theater« soll bei Wandel helfen
Die neue interaktive Website »Das zeitgemäße Theater« bietet Informationen rund um die Themen Gerechtigkeit und Verantwortung am Theater.
»Mansplaining Training« und das Früher, das es nie gab – »Retrotopia« im Kosmos Theater
Zeitweise aktueller und realitätsnäher, als es einem lieb wäre, aber mit genau dem richtigen Maß an Humor durchzogen. Auf riesigen Herdplatten bringt »Retrotopia« eine bitterböse Satire aus dystopischen, konservativen und patriarchalen Fantasien konterkariert mit subversiven Widerstandsideen auf die Bühne und lässt dabei nichts anbrennen.
Wahrheit tut weh – »Caché« am Volkstheater Wien
2005 kam der Mysterythriller »Caché« von Michael Haneke in die Kinos, in dem das geordnete Leben einer bürgerlichen Familie plötzlich durch anonyme Filmkassetten terrorisiert wird. Nun wagt sich das Volkstheater in einer Inszenierung von Felicitas Brucker an den Stoff, kann sich dabei aber zu wenig von der Filmvorlage lösen.
Blitze, Dunkelheit und eine Reise der Radikalisierung – »Pseudorama« im Volkstheater Wien
Die Dunkelkammer bleibt ihrem Namen in der neuen Inszenierung »Pseudorama« treu. Die zweite Premiere der neuen Spielzeit am Volkstheater bringt eine fiktive, aber realistische Geschichte der Radikalisierung angesichts der Covid-19-Pandemie auf die kleine Bühne.
Hoffnung trotz Weltuntergang – »Ich möchte zur Milchstraße wandern!« am Volkstheater Wien
Letzten Freitag hat Jan Philipp Gloger mit der Inszenierung einiger Texte des in Buchenwald ermordeten Schriftstellers Jura Soyfer seine Zeit am Volkstheater eröffnet. Dabei hat er es geschafft, einen unterhaltsamen und mitreißenden Abend zu gestalten, der sein Publikum ernst nimmt. Wer genau dieses Publikum ist, wird sich noch zeigen.
Dschungel Wien und The Gap vergeben Schreibstipendien
Im Dschungel Wien hat darstellende Kunst für ein junges, diverses und mehrsprachiges Publikum eine Bühne. Gemeinsam mit The Gap vergibt das Theaterhaus nun Schreibstipendien im Gesamtwert von 1.500 Euro.
ImPulsTanz 2025: Ein ganzer Monat Tanz und kreative Energie in Wien
Von 10. Juli bis 10. August gehört Wien wieder ganz der Bewegung: ImPulsTanz, eines der größten zeitgenössischen Tanzfestivals Europas, geht in die 42. Runde – und zeigt, wie vielfältig, politisch, sinnlich und mutig Tanz sein kann.
Kultur ist, wo du bist – Gratis Open-Air-Festival von 26. Juni bis 10. August 2025
Der Kultursommer Wien holt zum sechsten Mal mehr als 2.000 Künstler*innen aus Musik, Kabarett, Literatur, Performance, Tanz, Theater und zeitgenössischem Zirkus auf die Bühne.
6 Highlights aus dem Programm der Wiener Festwochen
»V is for loVe!« Die Wiener Festwochen feiern im zweiten Jahr der Intendanz von Milo Rau die revolutionäre Kraft der Liebe. Die folgenden Programmpunkte solltet ihr euch nicht entgehen lassen.
Wie sieht das Theater der Zukunft aus? – Die ersten Nekuonnex Days suchten Antworten
Unter dem Motto »Theater für jede Stimme« fanden am 22. und 23. März die ersten Nekuonnex Days im Musischen Zentrum und im Dschungel Wien statt. Um die fünfzig Kulturvermittler*innen kamen hier zusammen, um sich über das Theater der Zukunft, Diversität, Hierarchien und vieles mehr auszutauschen.
Veränderungen kollektiv erkämpfen – »Gen Z: Heute wird zerstört!« im Dschungel Wien
»Veränderung hier und jetzt – in Zeiten wie diesen brauchen wir Solidarität und Protest«, skandieren die vier Performer*innen am Ende der Freistunde, in der kollektive Emanzipation, Solidarität untereinander, Zusammenhänge von politischen Kämpfen sowie das Rebellionspotenzial des Theaters thematisiert werden.
Von Schwestern und Städterinnen – »Civitas Cunt« im Dschungel Wien
Wie sollte eine Stadt im idealen Fall aussehen? Große Wolkenkratzer, viele Parks oder doch vielleicht in Form einer Vulva? In einer feministischen Performance wird der Frage nachgegangen, wie wir wohnen wollen und wer da eigentlich wohnt.
In 75 Minuten durch das Patriarchat – »Do You Belieeeeve in Life After Love?« im Dschungel Wien
In einer männerdominierten Welt haben es Frauen nicht leicht. Vier Absolvent*innen der MUK inszenieren auf der Bühne bekannte patriarchale Szenen und ihre Gefahren. Was als Bachelorarbeit begann, hat sich zu einer persönlichen und tiefgehenden Auseinandersetzung für größere Bühnen entwickelt.
Gemeinsam den Abschied üben mit »Die letzte Show« im Dschungel Wien
Nora und Ives stehen wieder gemeinsam auf der Bühne. Und das zum letzten Mal. Denn heute ist die letzte Show! Vorhang runter, Lichter aus! Und … was dann?
Unter dem Kleiderhaufen, da wartet die Melancholie – »Dämonen« im Dschungel Wien
Das dokumentarische Tanztheater »Dämonen« ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Gefühlen, die uns vor große Herausforderungen stellen. Dabei bleibt vielleicht die größte davon, darüber zu reden. Was dabei hilft? Diese Inszenierung!
Frieden in Freiheit – »Desires & Fears« im Dschungel Wien
Großmächte verhandeln über das Schicksal der Ukraine und pochen auf Appeasement-Politik mit dem Kreml – die Perspektive der ukrainischen Bevölkerung wird dabei gänzlich ausgeklammert. Vor diesem geopolitischen Hintergrund erzählen fünf Frauen von den tiefgreifenden Veränderungen in ihrem Leben seit Beginn der russischen Invasion. Das Theatre of Contemporary Dialogue stellt unserer gefährlichen Wirklichkeit eine eindringliche dokumentarische Performance entgegen, die wirkungsvoll aufzeigt, wieso ein Frieden ohne Freiheit keinen Sinn hätte.
Kindheitshelden am rechten Rand – »Nach der Wahl sind wir nicht mehr so lustig« im Kosmos Theater
Zwischen wissendem Lachen, bekanntem Unbehagen und scheinbarer Ohnmacht bringt das Divercitylab gemeinsam mit dem Kosmos Theater das auf die Bühne, womit wir uns ohnehin alle rund um die Uhr beschäftigen. Mit vier Kindheitshelden im Schlepptau werden die Ursprünge der rechten, faschistischen, rassistischen Strömungen in Österreich erforscht und die Fassungslosigkeit und Überforderung der gesellschaftlichen Opposition widergespiegelt.
Taktvoll drehen – »Valse, Valse, Valse« im Dschungel Wien
»Alles Walzer!« rief Johann Strauß seinerzeit als Ansage am Wiener Opernball. Der Walzer eroberte Wien und die Tanzflächen der Welt. Auch im Dschungel drehen sich die Tänzer*innen im Drei-Viertel-Takt und erproben was den »Valse« heute ausmacht.
Johannas Jahresendlisten 2024
Alle Jahre wieder blickt unsere Redaktion auf die popkulturellen Highlights der letzten zwölf Monate zurück. Mit streng subjektivem Blick. Was Johanna T. Hellmich aus 2024 besonders in Erinnerung bleiben wird, könnt ihr hier nachlesen.